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Hirtentäschel Tee

Am Hirtentäschelkraut (lateinischer Name: Capsella bursa-pastoris) ist bestimmt schon jeder vorbeigelaufen und hat es nicht wahrgenommen und für Unkraut gehalten, denn es ist ein ganz bescheidenes Pflänzchen und wächst eigentlich überall an den unspektakulärsten Plätzen, sogar zwischen Pflastersteinen. Doch trotz aller Bescheidenheit, ist das Hirtentäschelkraut eine anerkannte Heilpflanze.

Ein schwedischer Naturforscher, namens Linné, erwähnte das Hirtentäschel zum ersten Mal und gab ihm den Namen „bursa-pastoris“, was so viel heißt wie „Tasche“ und „Hirte“. Dies mag wohl von der Form der Samenkapseln kommen, die so aussehen, wie der Geldbeutel eines Hirten. Das Hirtentäschel ist eine eigene Pflanzengattung und kommt aus der Familie der Kreuzblütengewächse. Man kennt es auch noch unter den Namen Herzelkraut, Blutwurz, Täschelkraut und Beutelschneider.

Herkunft vom Hirtentäschelkraut

hirtentaeschel-teeDas Hirtentäschel kommt ursprünglich aus Europa, wächst aber heutzutage überall auf der Welt. Es wächst fast auf allen Böden, da es kaum Ansprüche stellt. Es mag es sonnig und man findet es auf Feldern, Äckern, Wiesen, Gärten und sogar auf Schutthalden. Die Pflanze wird bis zu 50 cm groß und blüht fast das ganze Jahr, darum hat das Hirtentäschel Blüten und Früchte gleichzeitig. Es ist ein ein-bis zweijähriges Kraut und die Blütezeit reicht von April bis November. Die Blüten sind klein und weiß und die Früchte sehen aus wie kleine herzförmige Schoten. Von Mai bis Juli erntet man den oberirdischen, blühenden Spross. Getrocknet wird in dünnen Schichten und das getrocknete Kraut sollte man gut verschlossen aufbewahren.

Mythen rund um das Hirtentäschel

Um das Hirtentäschel ranken viele Mythen und Geschichten. Z. b. heißt das Hirtentäschel bei den Iren „Clappedepouch“ und ist eine Anspielung auf das Betteln von Kranken, die mit einer Glocke oder einem Klöppel an Straßenecken um etwas Geld bettelten. Auch wird der Pflanze, laut Sage, nachgesagt, es solle ein schlechtes Jahr für die Bauern geben, wenn sich die Pflanze zu früh im Frühjahr zeigt, daher auch der Name (unter Anderen) Kummerblume. Auch Hühner und Vögel mögen das Hirtentäschel sehr. Die Eier bekommen durch den Verzehr der Pflanze einen gelberen Eidotter und schmecken intensiver. In Amerika pulverisierten die Indianer die Blüten und Früchte des Hirtentäschels und nahmen es gegen Kopfschmerzen. In Spanien wurde es genommen zur Anregung bei einer Geburt. Im ersten Weltkrieg nahmen es die Soldaten bei Verletzungen. Auch im Mittelalter war das Hirtentäschel schon sehr beliebt. Es sollte gegen vereiternde Ohren und giftige Tierbisse helfen. Hippokrates (460-377 v. Chr.) erwähnte das Kraut als bedeutendes Heilmittel. Das Hirtentäschel verleiht die Kraft, die Dinge hinter den Dingen zu sehen.

Hirtentäschel wurde bereits im Mittelalter angewendet

hirtentaeschelkraut-teeSchon im Mittelalter wurde das Hirtentäschel als Heilkraut angewendet. In der heutigen Naturheilkunde setzt man das Hirtentäschel zum Stillen von Blutungen ein, wegen seiner zusammenziehenden Wirkung. Gerade wegen der blutstillenden Inhaltsstoffe, galt die Pflanze als eine der besten Heilkräuter, um starke Monatsblutungen bei Frauen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das Heilkraut besitzt auch eine blutreinigende und schmerzlindernde Wirkung es hilft bei Harnweginfektionen und kann sogar bei Rheuma helfen. Man kann auch die Pflanze zur äußerlichen Anwendung bei Krampfadern und Muskelbeschwerden benutzen. Selbst bei Kreislaufproblemen hilft das „Täschel“, weil es die Durchblutung steigert.

Es wurde bei Forschungen festgestellt, dass die Pflanze auch zur Verringerung von Geschwüren beitragen kann. In Asien hat man das Heilkraut zur Behandlung gegen Malaria benutzt. Ist die Darmmuskulatur zu träge (Verstopfungen) kann das Hirtentäschel auf natürliche Weise die Darmträgheit wieder anregen. Bei Infektionen der Atemwege kann man sich die Heilpflanze zunutze machen.

Inhaltsstoffe im Hirtentäschel

Inhaltsstoffe des Hirtentäschels (Capsella bursa pastoris): Tyramin, Kalzium, Eiweiß, Disometin, Luteolin, Quercetin, Rutin, Senföle, Acethylcholin, Vitamin C, Gerbstoffe, Saponine, Kalium, Terpene sowie Cholin.

Einige Rezepte rund um das Hirtentäschel.

Zubereitung von Hirtentäschel Tee:

Man nehme einen Teelöffel Hirtentäschelkraut auf eine Tasse Tee. Kochendes Wasser über das Kraut gießen und fünf Min. ziehen lassen und dann abseihen.

Der Tee kann Blutungen stoppen z. B bei Magen oder sehr starken Monatsblutungen. Wer starke Regelblutungen hat, sollte den Tee schon zehn Tage vorher trinken. Dreimal pro Tag eine Tasse Hirtentäscheltee ist die Empfehlung. Bei Nasenbluten Saft aus dem Stängel pressen, auf ein Tuch träufeln und in die Nasenlöcher stecken.

Für Frauen mit Wechseljahresbeschwerden: Einen Esslöffel Hirtentäschelkrautes in eine Tasse mit kochendem Wasser geben. Abgedeckt 7Min. ziehen lassen, dann abseihen. Jeden Tag 2 Tassen von dem Tee einen Monat lang trinken, dann einen Monat pausieren und dann die Kur von Neuem beginnen.

Gegen Durchfall: Man braucht dazu 20 g Hirtentäschel, 15 g Eichenrinde, Kamillenblüten, Blutwurzeln und 5 g Gänseblümchen. Alles wird zusammen vermischt. Dann gibt man einen Teelöffel der Teemischung in eine Tasse kochendes Wasser, abgedeckt sieben Min. ziehen lassen. Vier Tassen pro Tag ist ratsam.

Man kann die Kräuter in Apotheken, Reformhäuser oder über Amazon beziehen.


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