Tee aus Indien: Eine Reise durch die faszinierende Welt der Aromen

Indien ist nicht nur ein Land der Farben und Gewürze, sondern auch die Heimat einiger der kostbarsten Teesorten unserer Erde. Von den majestätischen Gipfeln des Himalayas bis hin zu den tropischen Ebenen Assams bietet Tee aus Indien eine geschmackliche Bandbreite, die jeden Teeliebhaber verzaubert. Entdecke mit uns die Seele indischer Teekultur und finde deinen persönlichen Moment der Ruhe und Inspiration in einer perfekten Tasse Tee.

Die Seele Indiens in jedem Blatt: Eine Einführung

Indien und Tee – diese Verbindung ist weit mehr als nur eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte. Es ist eine tiefe, emotionale Bindung, die den Alltag von Millionen von Menschen prägt. Wenn du an indischen Tee denkst, hast du vielleicht sofort das Bild von nebelverhangenen Bergen oder das lebhafte Treiben eines Chai-Wallahs an einer Straßenecke in Delhi vor Augen. Tee ist in Indien ein Symbol für Gastfreundschaft, Energie und Lebensfreude. Als einer der weltweit größten Produzenten von Tee hat Indien über die Jahrhunderte eine Expertise entwickelt, die in jedem einzelnen Blatt spürbar ist.

Die Vielfalt der indischen Landschaften spiegelt sich direkt im Charakter der Tees wider. In keinem anderen Land findest du so drastische Unterschiede zwischen den einzelnen Anbaugebieten. Während der Norden mit seinen kühlen Hochlagen für Eleganz und Blumigkeit steht, liefert der Nordosten kräftige, malzige Kraftpakete, die dich durch den Tag tragen. Der Süden hingegen überrascht mit spritzigen, fruchtigen Noten, die an die Frische der Berge erinnern. Wenn du Tee aus Indien kaufst, entscheidest du dich für ein Produkt, das mit Leidenschaft, Tradition und einem tiefen Verständnis für die Natur hergestellt wurde.

Wir laden dich ein, die verschiedenen Facetten dieser Teegroßmacht kennenzulernen. Es geht nicht nur darum, Durst zu löschen, sondern darum, die Nuancen des Terroirs zu verstehen und die Arbeit der Menschen zu würdigen, die oft unter schwierigen Bedingungen diese Schätze ernten. In den folgenden Abschnitten nehmen wir dich mit zu den berühmtesten Teegärten der Welt und zeigen dir, warum indischer Tee in keiner Sammlung fehlen darf.

Die Geschichte des indischen Tees: Von Wildwuchs zur Weltmacht

Die Geschichte des Tees in Indien ist eng mit der Kolonialzeit verknüpft, doch die Wurzeln reichen noch tiefer. Lange bevor die Briten die kommerzielle Produktion starteten, nutzten indigene Völker in der Region Assam die Blätter der wild wachsenden Teebäume für medizinische Zwecke. Sie wussten bereits um die belebende und heilende Kraft der Pflanze, die wir heute als Camellia sinensis var. assamica kennen. Es war jedoch ein glücklicher Zufall und der Pioniergeist von Männern wie Robert Bruce, die in den 1820er Jahren diese einheimische Pflanze offiziell identifizierten.

Die Briten suchten verzweifelt nach einer Alternative zum chinesischen Tee-Monopol. Als sie erkannten, dass in Indien eine eigene Varietät prächtig gedieh, begann ein rasanter Aufbau von Plantagen. In Darjeeling wurden zudem Samen aus China geschmuggelt und in den extremen Höhenlagen angepflanzt. Diese Mischung aus einheimischer Stärke und importierter Eleganz legte den Grundstein für den heutigen Ruhm. Heute ist Indien ein moderner Produzent, der Tradition mit modernsten ökologischen Standards verbindet, um dir Tees von höchster Reinheit zu garantieren.

Wenn du heute indischen Tee genießt, dann ist das auch ein Sieg der Natur über die Monokultur. Die indischen Teegärten haben Kriege, wirtschaftliche Krisen und klimatische Veränderungen überstanden. Sie sind zu eigenständigen Ökosystemen geworden, die tausenden Familien Arbeit und Heimat bieten. Jede Tasse Tee ist somit auch ein Bekenntnis zu einer Geschichte, die von Entdeckung, Anpassung und unermüdlicher Perfektionierung handelt.

Darjeeling: Der Champagner unter den Tees

Hoch oben im Norden des Bundesstaates Westbengalen, an den steilen Flanken des Himalayas, liegt Darjeeling. Dieser Ort ist für Teekenner das, was Bordeaux für Weinliebhaber ist. Die Teegärten erstrecken sich bis auf eine Höhe von über 2.000 Metern. Hier wächst der Tee langsamer als irgendwo sonst in Indien, was zu einer unglaublichen Konzentration von Aromen führt. Die kühle Bergluft, der intensive Sonnenschein und der regelmäßige Nebel verleihen dem Darjeeling seine berühmte Spritzigkeit und sein unverwechselbares Bouquet.

Der First Flush: Die Frühlingsbotschaft

Der First Flush ist die erste Ernte des Jahres, die meist zwischen März und April stattfindet. Nach dem Winterschlaf treiben die Pflanzen die ersten zarten Knospen aus. Wenn du einen First Flush aufgießt, erlebst du eine helle, fast goldgelbe Tasse. Der Geschmack ist blumig, frisch und hat eine feine Spritzigkeit, die oft an Maiglöckchen oder junge Triebe erinnert. Es ist ein sehr lebendiger Tee, der am besten pur genossen wird, um die subtilen Nuancen nicht zu überdecken. Er ist die perfekte Wahl für einen inspirierenden Vormittag.

Der Second Flush: Die sommerliche Reife

Im Juni und Juli folgt die zweite Ernte, der Second Flush. Durch die stärkere Sonneneinstrahlung entwickeln die Blätter ein völlig anderes Profil. Die Tasse wird dunkler, bernsteinfarben und der Geschmack deutlich vollmundiger. Berühmt ist der Second Flush für seine Muskateller-Note – eine feine, weinartige Süße, die weltweit einzigartig ist. Er ist kräftiger als der First Flush, aber dennoch von einer aristokratischen Eleganz. Viele Liebhaber betrachten den Second Flush als den Höhepunkt des indischen Teejahres.

Autumnal: Der herbstliche Ausklang

Nach der Monsunzeit, im Oktober und November, findet die Herbsternte statt. Die Autumnals sind oft unterschätzte Juwelen. Sie haben einen runden, weichen Charakter mit einer leichten nussigen Note und wenig Gerbstoffen. Die Tasse leuchtet in einem warmen Kupferton. Diese Tees sind wunderbare Begleiter für gemütliche Nachmittage, wenn du die Seele baumeln lassen möchtest. Sie sind weniger spritzig als der Frühlingstee, dafür aber von einer beruhigenden Tiefe.

Assam: Kraft und Malz aus dem Regenwald

Ganz im Nordosten Indiens, im Tal des mächtigen Brahmaputra-Flusses, liegt Assam. Dies ist das größte zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt. Im Gegensatz zu Darjeeling wächst der Tee hier im Flachland unter tropischen Bedingungen. Hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperaturen sorgen dafür, dass die Camellia sinensis var. assamica hier ihre volle Kraft entfalten kann. Assam-Tee ist die Basis für das, was wir als klassischen Frühstückstee kennen.

Was macht einen Assam so besonders? Es ist dieser unverwechselbare malzige Geschmack und die dunkle, kräftige Farbe in der Tasse. Wenn du morgens einen Energieschub brauchst, ist ein Assam genau das Richtige. Er ist robust genug, um mit einem Schuss Milch und vielleicht etwas Kandiszucker genossen zu werden, ohne seinen Charakter zu verlieren. Die Milch bringt die malzigen Noten erst richtig zur Geltung und verwandelt den Tee in ein cremiges Genusserlebnis.

In Assam werden zwei Hauptproduktionsarten unterschieden: Orthodox und CTC. Die orthodoxe Herstellung bewahrt das ganze Blatt und liefert feinere, nuanciertere Tees. CTC (Crush, Tear, Curl) bricht das Blatt in kleine Kügelchen auf, was zu einem extrem schnellen und kräftigen Aufguss führt. Egal für welche Variante du dich entscheidest, ein Assam-Tee steht für Ehrlichkeit, Stärke und Bodenständigkeit. Er ist der Fels in der Brandung deiner täglichen Teekultur.

Nilgiri: Die blauen Berge des Südens

Weit entfernt vom Himalaya, im Süden Indiens, ragen die Nilgiri-Berge empor. Der Name bedeutet übersetzt Blaue Berge, was auf die bläuliche Färbung der Hänge zurückzuführen ist. Die Tees aus dieser Region wurden lange Zeit im Schatten von Darjeeling und Assam wahrgenommen, doch das ändert sich gerade gewaltig. Nilgiri-Tees wachsen ebenfalls in beachtlichen Höhen und profitieren von einem milden, fast ewigen Frühling.

Ein Nilgiri-Tee zeichnet sich durch seine Klarheit und Spritzigkeit aus. Er ist oft sehr duftig und besitzt eine feine Fruchtigkeit, die an Zitrusfrüchte oder Beeren erinnert. Das Besondere an Nilgiri ist, dass der Tee das ganze Jahr über geerntet werden kann. Besonders begehrt sind die Winter-Frost-Tees, die bei kühlen Temperaturen wachsen und eine außergewöhnliche Süße entwickeln. Wenn du einen Tee suchst, der die Eleganz eines Darjeeling mit der Unkompliziertheit eines Alltags-Tees verbindet, dann ist Nilgiri deine Region.

Zudem ist Nilgiri bekannt für seine hervorragenden grünen und weißen Tees. Da die Region sehr fortschrittlich in der Verarbeitung ist, entstehen hier Spezialitäten, die international immer mehr Preise gewinnen. Ein Tee aus den Nilgiris ist eine Entdeckung für alle, die das Besondere suchen und sich von der Frische des Südens inspirieren lassen wollen.

Sikkim und andere Geheimtipps

Neben den großen Drei gibt es in Indien weitere Regionen, die fantastische Tees hervorbringen. Sikkim, das kleine ehemalige Königreich direkt neben Darjeeling, produziert Tees, die den Darjeelings in nichts nachstehen. Der bekannteste Teegarten dort ist Temi. Die Tees aus Sikkim sind oft etwas kräftiger und haben eine markante honigartige Süße, die sie von ihren Nachbarn unterscheidet.

Auch Regionen wie Terai und Dooars, die am Fuße des Himalayas liegen, liefern solide, kräftige Tees, die oft in hochwertigen Mischungen verwendet werden. Sie bieten eine tolle Brücke zwischen der Kraft Assams und der Frische Darjeelings. Es lohnt sich für dich, über den Tellerrand der berühmten Namen hinauszuschauen und diese versteckten Schätze zu probieren. Oft findest du hier exzellente Qualitäten zu einem überraschend attraktiven Preis.

Vergleich der indischen Hauptanbaugebiete

Region Höhenlage Geschmacksprofil Farbe der Tasse Ideale Genussart
Darjeeling Hochland (bis 2000m) Blumig, spritzig, Muskateller-Note Hellgelb bis Bernsteinfarben Pur genießen
Assam Tiefland (tropisch) Kräftig, malzig, würzig, schwer Dunkelrot bis Dunkelbraun Mit Milch und Zucker
Nilgiri Hochland (bis 2500m) Duftig, fruchtig, klar, spritzig Goldgelb bis rötlich Pur oder als Eistee
Sikkim Hochland Vollmundig, honigsüß, floral Gold-Bernstein Pur genießen

Masala Chai: Das Nationalgetränk und seine Magie

Du kannst nicht über Tee aus Indien sprechen, ohne den Masala Chai zu erwähnen. Chai bedeutet schlicht Tee, und Masala steht für die Gewürzmischung. In Indien ist Chai mehr als nur ein Getränk; es ist Treibstoff, Seelenschmeichler und soziales Bindeglied zugleich. Jede Familie und jeder Chai-Wallah hat sein eigenes Geheimrezept, das oft von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Die Basis für einen echten Masala Chai ist fast immer ein kräftiger Assam-Tee. Nur er hat genug Körper, um gegen die intensiven Gewürze und die Süße der Milch zu bestehen. Typische Gewürze sind Ingwer für die Schärfe, Kardamom für das Aroma, Zimt für die Süße, Nelken für die Tiefe und oft auch schwarzer Pfeffer für den besonderen Kick. Alles wird zusammen mit viel Milch und Zucker aufgekocht, bis ein cremiges, wärmendes Elixier entsteht.

Wenn du dir einen indischen Chai zubereitest, holst du dir ein Stück indisches Lebensgefühl nach Hause. Er ist perfekt für kalte Tage oder wenn du dich nach Geborgenheit sehnst. Der Duft der Gewürze in Verbindung mit dem malzigen Tee wirkt anregend und beruhigend zugleich. Probiere es aus und experimentiere mit den Verhältnissen – dein perfekter Chai wartet darauf, von dir entdeckt zu werden.

Die Kunst der Herstellung: Orthodox vs. CTC

In den indischen Fabriken entscheiden zwei grundlegend unterschiedliche Verfahren darüber, wie der Tee am Ende in deiner Tasse schmeckt. Das Wissen um diese Methoden hilft dir dabei, beim Kauf die richtige Wahl für deine Vorlieben zu treffen. In Indien hat man beide Verfahren zur Perfektion getrieben, um sowohl den anspruchsvollen Kenner als auch den täglichen Teetrinker zu bedienen.

Orthodoxe Herstellung: Handwerk und Tradition

Die orthodoxe Methode ist zeitaufwendig und erfordert viel Erfahrung. Hierbei werden die Blätter vorsichtig gewelkt, gerollt und oxidiert, ohne sie zu zerstören. Das Ziel ist es, das ganze Blatt oder zumindest große Blattstücke zu erhalten. Diese Tees haben ein sehr komplexes Aroma, da die ätherischen Öle langsam freigesetzt werden. Alle Spitzen-Darjeelings und hochwertige Assams werden orthodox hergestellt. Wenn du Tee als Genussmittel zelebrierst, ist orthodoxer Tee deine erste Wahl.

CTC-Verfahren: Effizienz und Kraft

CTC steht für Crush, Tear, Curl. Die Blätter werden durch Walzen geschickt, die sie zerkleinern und zu kleinen Kügelchen rollen. Dieses Verfahren wurde in den 1930er Jahren in Assam erfunden, um die Produktion zu beschleunigen. Da die Zellwände der Blätter vollständig aufgebrochen sind, oxidiert der Tee sehr gleichmäßig und intensiv. In der Tasse ergibt das einen sehr kräftigen, dunklen Aufguss, der innerhalb von Sekunden zieht. CTC-Tee ist ideal für Teemischungen, Teebeutel und natürlich für den Masala Chai. Er bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist unschlagbar in seiner Intensität.

Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in Indien

Wenn wir Tee aus Indien genießen, tragen wir auch eine Verantwortung gegenüber den Menschen und der Natur vor Ort. Die Teeindustrie ist einer der größten Arbeitgeber des Landes, und viele Gärten haben in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Immer mehr Plantagen stellen auf biologischen Anbau um, verzichten auf chemische Dünger und fördern die Biodiversität. Ein gesunder Teegarten ist ein lebendiges Ökosystem, in dem Vögel, Insekten und manchmal sogar wilde Elefanten einen Lebensraum finden.

Auch die soziale Komponente ist entscheidend. Viele Gärten bieten ihren Arbeitern Schulen, medizinische Versorgung und Wohnraum. Zertifizierungen wie Fair Trade oder Rainforest Alliance geben dir die Sicherheit, dass beim Anbau deines Tees ethische Standards eingehalten wurden. Wir bei Das-Tee-Magazin.de legen großen Wert darauf, dass Tee nicht nur gut schmeckt, sondern auch unter fairen Bedingungen produziert wurde. Wenn du bewusster einkaufst, unterstützt du direkt die Verbesserung der Lebensbedingungen in Regionen wie Assam oder Darjeeling.

Besonders spannend ist der Trend zu Smallholder-Tees. Immer mehr Kleinbauern schließen sich zu Kooperativen zusammen, um unabhängig von den großen Plantagen hochwertigen Tee zu produzieren. Diese Tees sind oft handgepflückt und von außergewöhnlicher Qualität. Sie zu unterstützen bedeutet, die Vielfalt der indischen Teelandschaft direkt an der Basis zu fördern. Ein nachhaltiger Tee schmeckt einfach besser – nicht nur wegen der fehlenden Chemie, sondern wegen des guten Gefühls bei jedem Schluck.

Die gesundheitliche Wirkung von indischem Schwarztee

Tee aus Indien ist nicht nur ein Genussmittel, sondern auch eine Wohltat für deinen Körper. Die im Schwarztee enthaltenen Polyphenole und Flavonoide sind starke Antioxidantien, die deine Zellen vor freien Radikalen schützen können. Studien deuten darauf hin, dass regelmäßiger Teekonsum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken und den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen kann.

Das Koffein im Tee, oft auch Tein genannt, wirkt anders als im Kaffee. Es ist an Gerbstoffe gebunden und wird daher langsamer an den Körper abgegeben. Das Ergebnis ist eine sanfte, langanhaltende Wachheit ohne das typische Zittern oder das plötzliche Energieloch. Zudem enthält Tee die Aminosäure L-Theanin, die entspannend wirkt und die Konzentration fördert. Diese Kombination aus Anregung und Entspannung macht Tee zum idealen Begleiter für konzentriertes Arbeiten oder tiefe Gespräche.

Gerade in der kalten Jahreszeit wirkt ein kräftiger Assam oder ein würziger Chai wärmend und kann das Immunsystem unterstützen. Die im Tee enthaltenen Fluoride sind zudem gut für die Zahngesundheit. Wenn du deinen Tee ohne oder mit nur wenig Zucker genießt, ist er zudem nahezu kalorienfrei und eine hervorragende Unterstützung für einen gesunden Lebensstil. Indien schenkt uns mit seinem Tee also eine Apotheke in flüssiger Form.

Tipps für die perfekte Zubereitung deines Indien-Tees

Damit der Tee sein volles Aroma entfalten kann, solltest du ein paar Kleinigkeiten beachten. Die Qualität des Wassers ist der wichtigste Faktor. Verwende am besten gefiltertes oder weiches Wasser, da Kalk die feinen Aromen eines Darjeeling buchstäblich ersticken kann. Für schwarzen Tee aus Indien sollte das Wasser sprudelnd kochend (ca. 95-100 Grad) sein.

Die Dosierung ist Geschmackssache, aber ein gehäufter Teelöffel pro Tasse (ca. 200ml) ist ein guter Richtwert. Bei der Ziehzeit gilt die Faustregel: 3 Minuten wirken anregend, 5 Minuten eher beruhigend, da sich dann mehr Gerbstoffe lösen. Ein First Flush Darjeeling sollte eher kurz ziehen (2-3 Minuten), während ein kräftiger Assam ruhig 4-5 Minuten verträgt, besonders wenn du ihn mit Milch trinken möchtest. Experimentiere ein wenig, um deine persönliche Vorliebe zu finden.

Wichtig ist auch die Aufbewahrung. Tee nimmt sehr leicht Gerüche an und verliert sein Aroma durch Licht und Feuchtigkeit. Lagere deinen indischen Tee daher immer in gut verschließbaren Metalldosen an einem dunklen, kühlen Ort. So bleibt die Frische des Frühlings aus Darjeeling oder die Kraft des Sommers aus Assam über viele Monate erhalten. Dein Tee ist ein lebendiges Produkt – behandle ihn mit Respekt, und er wird es dir mit einem unvergleichlichen Geschmack danken.

Häufige Fragen zu Tee aus Indien

Was ist der Unterschied zwischen First Flush und Second Flush Darjeeling?

Der First Flush ist die Frühlingsernte, die Tees sind hell, blumig, spritzig und fast grünteeartig. Der Second Flush ist die Sommerernte, bei der die Tees dunkler, reifer und vollmundiger werden und die berühmte Muskateller-Note entwickeln. Während der First Flush durch Frische besticht, überzeugt der Second Flush durch aromatische Tiefe.

Warum trinkt man Assam-Tee oft mit Milch?

Assam-Tees haben einen sehr hohen Anteil an Gerbstoffen und ein kräftiges, malziges Aroma. Die Proteine in der Milch binden diese Gerbstoffe, wodurch der Tee weicher und cremiger wird. Gleichzeitig betont die Süße der Milch die malzigen Noten des Tees. Es ist eine harmonische Ergänzung, die besonders zum Frühstück sehr beliebt ist.

Was bedeutet die Abkürzung SFTGFOP1 bei indischem Tee?

Diese Buchstaben stehen für Special Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe 1. Es ist ein Qualitätsgrad, der besagt, dass der Tee besonders viele helle Blattspitzen (Tips) enthält, von Hand gepflückt wurde und von höchster Güte ist. Je mehr Buchstaben, desto feiner ist in der Regel die Selektion der Blätter. Die 1 am Ende steht für eine absolute Spitzenqualität innerhalb dieser Kategorie.

Ist Darjeeling Tee immer Schwarztee?

Traditionell ist Darjeeling vor allem für seinen Schwarztee bekannt. Aufgrund der geringen Oxidation bei der Herstellung von First Flush Tees wirken diese jedoch oft sehr hell. Heutzutage produzieren viele Gärten in Darjeeling aber auch hervorragende grüne Tees, weiße Tees und sogar Oolongs, um die ganze Vielfalt der Teepflanze zu zeigen.

Enthält indischer Tee viel Koffein?

Ja, indischer Tee, besonders Assam-Tee, gehört zu den koffeinreichsten Teesorten. Das liegt an der Varietät assamica, die natürlicherweise mehr Koffein produziert als die chinesische Variante. Ein starker Assam kann fast so viel Koffein enthalten wie ein milder Kaffee, wirkt aber durch die enthaltenen Gerbstoffe wesentlich sanfter und länger auf den Körper.

Wie lange ist indischer Tee haltbar?

Bei richtiger Lagerung (kühl, trocken, dunkel) bleibt schwarzer Tee aus Indien etwa zwei Jahre lang aromatisch. Er verdirbt danach nicht, verliert aber an Geschmack und ätherischen Ölen. Besonders zarte First Flush Darjeelings sollten jedoch innerhalb eines Jahres genossen werden, da ihre feine Blumigkeit am schnellsten verfliegt.

Kann man Tee aus Indien mehrmals aufgießen?

Hochwertige orthodoxe Tees, insbesondere Darjeeling oder Nilgiri Spezialitäten, können durchaus zwei- bis dreimal aufgegossen werden. Der erste Aufguss ist meist der aromatischste, während der zweite oft eine feine Süße offenbart. CTC-Tees aus Assam sind hingegen auf einen schnellen, kräftigen ersten Aufguss ausgelegt und eignen sich kaum für einen zweiten Durchgang.

Ist indischer Tee mit Pestiziden belastet?

In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte über Pestizidrückstände. Seriöse Händler in Deutschland lassen ihren Tee jedoch streng im Labor untersuchen. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, kaufst du Bio-zertifizierten Tee aus Indien. Diese Plantagen unterliegen strengsten Kontrollen und garantieren dir ein absolut unbelastetes Naturprodukt.

Warum ist Darjeeling Tee teurer als andere indische Tees?

Das liegt an der Kombination aus geringer Erntemenge (aufgrund der Höhe und des kühlen Klimas), extrem schwierigem Gelände (Handarbeit an Steilhängen) und der weltweiten Nachfrage. Ein Teegarten in Darjeeling produziert nur einen Bruchteil dessen, was ein Garten in Assam ernten kann. Diese Exklusivität und der hohe Arbeitsaufwand spiegeln sich im Preis wider.

Was ist ein Chai-Wallah?

Ein Chai-Wallah ist ein Teeverkäufer, den man in Indien an fast jeder Straßenecke findet. Er bereitet den Masala Chai frisch in großen Töpfen zu. Für viele Inder ist der Besuch beim Chai-Wallah ein wichtiges tägliches Ritual für soziale Kontakte und eine kurze Pause vom Alltag. Der Begriff steht sinnbildlich für die lebendige indische Teekultur.

Was macht Nilgiri Tee so besonders für Eistee?

Nilgiri-Tee neigt im Gegensatz zu vielen anderen Schwarztees nicht zum Eintrüben, wenn er abkühlt. Er bleibt klar und behält seine spritzige, fruchtige Note. Das macht ihn zur perfekten Basis für hochwertige Eistees, die erfrischend und ästhetisch ansprechend zugleich sein sollen.

Gibt es Tee aus Indien ohne Koffein?

Echten Tee der Teepflanze gibt es von Natur aus nur mit Koffein. Es gibt jedoch entkoffeinierte Varianten, bei denen das Koffein mit CO2 oder Lösungsmitteln entzogen wurde. Wenn du komplett auf Koffein verzichten möchtest, aber indische Aromen liebst, empfehlen wir dir Kräutertees auf Basis von indischen Gewürzen (Ayurveda-Mischungen) ohne echten Schwarztee-Anteil.