Ingwertee

von | 01. Juli 2020 | Ingwer-Tee, Kräutertee, Wurzel-Tee

Ingwer ist schon seit sehr langer Zeit im asiatischen Raum für seine Wirkung bekannt. Er wird als Gewürz, als Ingwertee oder als Ingwerwasser genutzt. Die Wurzel ist fester Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin und im Ayurveda. Die alten Seefahrer nutzen die Pflanze als Mittel gegen die Seekrankheit. Durch die arabischen Händler fand dieses Gewürz seinen Weg nach Europa, wo es die Römer und die Griechen für sich als vitalisierendes Lebensmittel entdeckten. Ab dem neunten Jahrhundert kam die Wurzel auch im deutschsprachigen Raum an. Das deutsche Gesundheitssystem erkannte, dass die Inhaltsstoffe tatsächlich einen medizinischen Nutzen haben, und erfasste 1997 den Ingwer in der Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel und in das Deutsche Arzneibuch. Seitdem ist es sozusagen offiziell: Ingwertee ist gesund.

Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe im Ingwer sind:

  • Ätherische Öle, Harzsäuren und Gingerol,
  • Zingiberen, Zingiberol, Shogaol und Diarylheptanoide,
  • Vitamin C,
  • Eisen, Calcium, Kalium Natrium und Phosphor.

Das Gingerol verleiht dem Ingwer die Schärfe. Deswegen wurde es im Mittelalter auch als Ersatz für Pfeffer verwendet. Der Geruch ist angenehm aromatisch. Der Geschmack wird sehr individuell wahrgenommen und ist je nach Sorte und Herkunft fruchtig, scharf, aromatisch oder auch bitter. In der Gewürzmischung Cury ist er ebenfalls enthalten.

Wirkung

Der Wurzel wird eine spürbare Wirkung zugeschrieben. Diese ist unterschiedlich stark bei den verschiedenen Anwendungsbereichen. Es gilt als sicher, dass eine Wirkung vorhanden ist, auch wenn sie mitunter klein sein kann.

  • Erkältungskrankheiten: Die vielen Scharfstoffe und ätherischen Ölen der Wurzel, die auch als Shogaole und Gingerole bezeichnet werden, eignen sich zur Bekämpfung von Erkältungen und ähnlichen Infekten. Die Scharfstoffe heizen den Körper von innen auf und regen die Durchblutung an. Dadurch ist es den Krankheitserregern kaum mehr möglich, sich in die Schleimhäute einzunisten. Zugleich hemmen die Inhaltsstoffe den Schüttelfrost und befördert eine „wohlige Wärme von innen“. Die Schleimhäute werden freigeräumt und selbst Hals- und Kopfschmerzen sollen verschwinden. Mehr noch: Der Aufguss bzw. das Ingwerwasser soll vorbeugend wirken. Denn die würzige Knolle wirkt im Körper entzündungshemmend und antibakteriell.
  • Schmerzen: Die Wirkstoffe der Wurzel haben schmerzstillende Eigenschaften, die insbesondere auf den Bewegungs- und Stützapparat des Körpers wirken können. Rheumatische Beschwerden und Arthrose lassen sich so möglicherweise lindern. Die ziehenden, reißenden und fließenden Schmerzen bei den Knochen, Muskeln, Organfunktionen sollen nachlassen.
  • Sodbrennen: Die Substanzen wirken entspannend auf die Muskeln, die sich an den Wänden der Speiseröhre befinden. Mit roh aufgegossenem Ingwerwasser kann Sodbrennen etwas gelindert werden. Eine Überdosierung kann jedoch kontraproduktiv sein.
  • Hoher Blutdruck: Die Wirkstoffe können das Kalzium blockieren. Der Mineralstoff gelangt nicht zum Herz und der Blutdruck wird nicht belastet. Das Ergebnis kann ein niedrigerer Blutdruck sein.
  • Übelkeit in der Schwangerschaft: Leiden Schwangere über heftige Übelkeit kann Ingwer die Symptome lindern. Allerdings sollte der Aufguss nur in Maßen eingenommen werden, da er nachteilige Wirkungen auf die Schwangerschaft haben kann. Am Ende der Schwangerschaft kann er dazu beitrage, die Wehen auszulösen. Die Einnahme sollte unbedingt mit einem Arzt oder einer Hebamme besprochen werden.
  • Reiseübelkeit: Die Wirkstoffe begrenzen Brechreiz und Übelkeit, wie beides auf Reisen entstehen kann. Voraussetzung ist, alle drei bis vier Stunden eine Tasse zu trinken.
  • Verstopfung/Blähung: Die scharfen Inhaltsstoffe der Wurzel beruhigen den Magen und regen den Verdauungstrakt an. Wer unter Verstopfung oder Blähungen leidet, kann das mit Ingwerwasser oder Ingwertee möglicherweise lindern. Auch die Shogaole und die Gingerole sind hilfreich. Diese Stoffe kurbeln die Gallensaftproduktion an und sorgen dafür, die Fettverdauung zu verbessern. Das hilft nach fetten Mahlzeiten.

Nebenwirkungen

Den vielen guten Wirkungen der Pflanze stehen nur wenige Nebenwirkungen gegenüber. In den folgenden Fällen sollten Sie sich unbedingt vor Einnahme ärztlichen Rat einholen. Zum einen kann die Pflanze während der Schwangerschaft und Stillzeit Nebenwirkungen haben. Zum anderen können Gallensteine, Blutgerinnungshemmer und ein empfindlicher Magen Gründe sein, auf den Tee zu verzichten.

Zubereitung von Ingwerwasser bzw. Ingwertee

Die beliebtesten Arten, Ingwer zu konsumieren, ist die Verwendung von Ingwertee oder auch Ingwerwasser. Im Grunde handelt es sich bei diesen beiden Getränken jeweils um einen heißen Aufguss auf Basis von kleingeriebener oder geschnittener Wurzel. Der Tee bezeichnet oftmals jedoch ein Getränk, das noch mit anderen Zutaten ergänzt wird. So kann man beispielsweise Honig, etwas Zitrone oder Minze hinzugeben, um den Geschmack nach den eigenen Vorstellungen zu verfeinern.

Tipp: Nutzen Sie Bio-Ingwer! Dieser ist frei von den sonst häufig die Knolle belastenden Pestiziden. Waschen Sie die ungeschälte Wurzel. Alternativ schälen Sie die Wurzel. Entfernen Sie dunkelgraue Stellen, dabei handelt es sich vermutlich um Schimmel.

Sie können auf fertige Angebote zurückgreifen oder sich den Tee selbst herstellen.  Um an die wirksamen Inhaltsstoffe der Knollenwurzel – des Rhizoms – zu gelangen, sollte der Ingwer zunächst mindestens in dünne Scheiben geschnitten werden. Hacken ist mitunter etwas mühsam und umständlich, da der Ingwer sehr lange grobe Fasern besitzt, die am besten quer zerteilt oder mit Hilfe einer Reibe zu einer Art Brei gemahlen werden. Generell gilt: Je kleiner Sie die Wurzel schneiden, desto mehr der Wirkstoffe gelangen in das Wasser.

Tipp: Die Wurzel lässt sich gut lagern. Die Schnittflächen der Knolle versiegeln sich sozusagen von selbst, indem sie antrocknen und leicht schrumpfen, was die gesamte Ingwerwurzel vor dem Austrocknen bewahrt.

Der Tee ist grundsätzlich dann fertig, sobald sich das Wasser deutlich gelb verfärbt hat. Gießen Sie dann das Getränk zum Beispiel durch einen Kaffeefilter oder Teesieb, um es von Schwebstoffen und Fasern zu befreien. Sie sollten sich allerdings an die gewünschte Dosis herantasten, indem Sie pro durchschnittlicher Tasse oder Trinkglas etwa ein fünf Zentimeter großes Stück Ingwerknolle verwenden. Das entspricht ungefähr der Größe einer Daumenkuppe auf 250 ml Wasser.

Ingwer-Zitrone-Tee

Für die Zubereitung von einem Liter Ingwertee mit Zitrone benötigen Sie

  • 60-80 Gramm frischen Ingwer (geschält, in dünnen Scheiben oder kleinen Stücken),
  • eine ungespritzte Zitrone oder frischen Zitronensaft,
  • Honig, Agavendicksaft oder Ahornsirup zum Süßen.

Schneiden Sie den Ingwer nach dem Schälen klein. Geben Sie geschälte Zitronenscheiben oder Zitronensaft hinzu. Nun lassen Sie das Wasser aufkochen und geben es auf die Pflanzenteile. Lassen Sie alles etwa fünf Minuten ziehen. Je länger der Aufguss zieht, desto schärfer wird er. Wenn Sie Honig zum Süßen verwenden, sollte der Tee bereits die Trinktemperatur erreicht haben. Bei einer Temperatur von über 38 bis 40 Grad gehen sonst die wertvollen Wirkstoffe des Honigs verloren.

Ingwer-Orangen-Tee

Der Ingwer-Orangen-Tee ist ein geschmacklich sehr ansprechender Früchtetee, der gut in die kalte Jahreszeit passt. Er schmeckt vielen Menschen sehr gut und eignet sich, Erkältungen vorzubeugen. Die ätherischen Öle der Wurzel und das Vitamin C der Orangen helfen, das Immunsystem zu stärken.

Für die frische Zubereitung des Tees brauchen Sie die folgenden Zutaten:

  • 3-4 Orangen,
  • ein 1-2 großes Stück Ingwer,
  • 1-2 Esslöffel Honig, Avagensaft oder Stevia,
  • ggf. eine Zimtstange.

Scheiden sie die Wurzel in sehr dünne Scheiben und übergießen Sie diese mit kochend heißem Wasser. Lassen Sie alles zehn bis 20 Minuten ziehen. Je länger der Aufguss zieht, desto schärfer wird der Tee.

Pressen Sie die Bio-Orangen aus. Eine Scheibe sollten Sie vorher zur späteren Dekoration zu Seite legen. Geben Sie den Saft zum Tee. Halten Sie den Aufguss warm, dann schmeckt er besser. Achten Sie aber darauf, dass der nicht zu heiß ist, damit er seine wertvollen Vitamine nicht verliert. Der Tee wird am besten mit Honig, Agavensaft oder Stevia gesüßt. Zum Servieren legen Sie eine Orangenscheibe in die Tasse und übergießen Sie mit dem Aufguss. Kenner geben noch eine Zimtstange hinzu.

Andere Varianten

Wasser, Tee und Aufguss mit der Pflanze sind nicht nur beliebt, sondern lassen sich durch andere Zutaten verfeinern. Damit kann die Wirkung sogar gesteigert werden.

  • Ingwertee mit Kurkuma: Würzen Sie den Aufguss mit einer Prise Kurkuma. Dann schmeckt er exotischer und „heißer“.
  • Ingwertee mit Kamille: Heilkräuter wie Kamille bieten sich an, um sowohl geschmacklich als auch gesundheitlich eine Abrundung des Aufgusses zu erhalten.
  • Ingwertee mit Apfelstückchen: Eine klassische Mischung, die ebenfalls ein wohltuendes Getränk ergibt, ist die Ergänzung des Tees mit Apfelstücken oder frisch gepresstem Apfelsaft.
  • Grüner Tee mit Ingwer und Orange: Dieser Aufguss verbindet den erfrischen Genuss von grünem Tee mit der fruchtigen Geschmack der Orange und der würzigen Schärfe von Ingwer. Köper und Seele werden mit diesem Getränk in Einklang gebracht.

Nicht nur zu gesundheitlichen Zwecken sind Ingwertee und Ingwerwasser zu empfehlen. Der charakteristische, leicht feurige Geschmack ist ein Gaumenschmaus. Dieser kommt insbesondere bei frisch angesetzten Aufgüssen zum Tragen. Der Vorteil dabei: Sie können den Ingwer individuell dosieren.

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