Kombucha-Tee

von | 09. Juli 2020 | Kräutertee, Teesorten

Den Kombucha-Tee kannten schon die Chinesen während der Han-Dynastie (206 vor Christi – 220 nach Christi). Sie verwendeten ihn als Heilmittel. Er basiert auf einer Pilzart, dem Kombucha.

Für diesen Aufguss gibt es noch andere Namen: indischer Tee oder Wein-Pilz, Gichtqualle, japanische Mütterchen, Mo-Gu, Hong Russische Qualle, Wolgameduse und Zauberpilz.

Kombucha-Tee ist ein Energietrank, Entschlackungshilfe und Schönheitsgetränk in einem. Es soll den Stoffwechsel auf Trab bringen und das Immunsystem stärken. Diese Wirkung und das Getränk sind auch in Europa bekannt. Er wurde zum ersten Mal Anfang des 20. Jahrhunderts im Baltikum erwähnt. Dort verwendeten die ärmeren Leute den Pilz gegen alle möglichen Krankheiten. Vom Osten her kam er in den 1920er-Jahren nach Ungarn und den slawischen Ländern und schließlich auch nach Deutschland.

In den 1950er-Jahren war Kombucha das Getränk der feinen italienischen Gesellschaft. Man trank ihn als Aperitif und Sommertrank. Bald darauf wurde er in Spanien und Frankreich getrunken. In Deutschland pflegten anfangs nur ein paar Naturheilkundler den Konsum des Getränks.

Wie der Pilz zu seinem Namen kam

Doch, woher kommt der exotisch klingende Name? Vermutlich geht er auf eine Begebenheit in Japan zurück. Ein koreanischer Wanderarzt namens Kombu kam zum japanischen Kaiser Inkyo der unter starken Magenschmerzen litt. Kombu konnte ihn mit Hilfe des Teepilzes kurieren. Als Dank dafür nannte ihn der Kaiser „Tscha des Kombu“ was so viel heißt wie Tee des Kombu. Daraus wurde dann der Name Kombucha.

Eine andere Geschichte erzählt man dagegen in Russland. Dort tranken die Menschen schon immer sehr viel Tee. Aber der echte schwarze Tee war den armen Leuten zu teuer. Darum breiteten sich viele Leute einen Tee aus einer Baumalge, Laminaria japonica. Der japanische Name heißt Conbu und Tscha für den Tee. Draus entstand Kombucha. Durch einen Zufall kamen Pilze und Bakterien in den Tee und vergoren. Dadurch entstand ein völlig neues Getränk, das erfrischend und durststillend war.

Eine andere Quelle geht auf die Insel Taiwan zurück. Kon-Pu-cha nennt man den Aufguss dort. Das heißt: „Leben-das-aus-dem Meer-stieg-Tee“.

In Deutschland wiederentdeckt von Dr. Rudolf Sklenar aus Lich

Erst später entdeckte der Arzt Dr. Rudolf Sklenar aus Lich in Oberhessen den Heiltrank wieder. Er hatte als Truppenarzt in Russland bei den einheimischen Bauern Kombucha als Heilmittel kennengelernt. Nach dem Krieg führte er einige Studien durch und veröffentlichte sie in den 1960ern. Dr. Sklenar trug erheblich zur Verbreitung des Getränks bei. Er empfahl den Kombucha-Tee gegen verschiedene Stoffwechselerkrankungen. Dazu gehören Magen-Darm, Gicht, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck und Rheuma.

Der Pilz für den Kombucha-Tee

Der Pilz ist rund und flach. Er ist eine Gemeinschaft aus Bakterien und Hefezellen. Die Hefe vergärt den Zucker zu Alkohol und Kohlendioxid. Die Bakterien verarbeiten den Alkohol und es entstehen Säuren, vor allem Essigsäure. Durch diese Gärung können Krankheitserreger nicht überleben.

Kombucha-Tee selbst herstellen

Die Scheiben des Pilzes sind quallenartig und bestehen aus Zellulose. Diese Substanz ist ständig am Wachsen und somit quasi unsterblich. Das lässt sich selbst herausfinden. Denn der Aufguss ist trinkfertig im Reformhaus, Naturkostladen oder bei verschiedenen Herstellern erwerbbar. Aber Sie können Kombucha eben auch selbst herstellen.

Für die Zutaten benötigen Sie den Pilz, reines Wasser, 100 Gramm Zucker pro 1 Liter Wasser, 1 bis 2 Teelöffel schwarzer oder grüner Tee oder 2 bis 4 Teelöffel Kräutertee je 1 Liter Wasser. Sowie ¼ Liter fertig vergorener Kombucha.

Für die Zubereitung benötigen Sie ein sauberes Gefäß (Glas, Porzellan, Plastik) das ca. 1,5 Liter Flüssigkeit aufnehmen kann. Da Gefäß sollte eine große Öffnung haben. Weiterhin benötigen Sie ein sauberes, luftdurchlässiges Tuch, einen Gummiring, ein Sieb zum Abseihen, einen Holz- oder Plastiklöffel und eine Teekanne.

Als erstes bereiten Sie den schwarzen, grünen oder Kräutertee zu. Nach zehn Minuten können Sie den Tee absieben und den Zucker in dem heißen Tee auflösen. Danach lassen Sie den Aufguss abkühlen, bis er lauwarm ist. Danach gießen Sie alles in das Gefäß. Als nächstes gießen Sie eine Tasse fertig vorgegorenen Kombucha (der Viertelliter) in das Gargefäß. Diese Zutat nehmen Sie vorsichtig aus dem Aufbewahrungsbehälter und legen ihn auf den lauwarmen Tee. Das Gefäß decken Sie anschließend mit dem sauberen, luftdurchlässigen Tuch ab und befestigen es mit dem Gummiring.

Das Gefäß stellen Sie dann an einen warmen Ort (keine Sonne) mit ca. 23 – 27 Grad Celsius und lassen das Ganze ca. zehn Tage gären. Nach dieser Zeit nehmen Sie den Pilz vorsichtig heraus und spülen ihn gut mit Wasser ab. Die Fäden an der Unterseite können Sie entfernen. Den fertigen Tee können Sie abgießen und in einer Flasche im Kühlschrank aufbewahren. Im Kühlschrank hält sich das Getränk ca. zwei bis drei Wochen.

Inhaltsstoffe

In dem Sud sind folgende Substanzen enthalten:

Organische Säuren – Glukuronsäure, Milchsäure, Kohlensäure, Essigsäure, Weinsäure, Zitronensäure u. a.
Hefen – Labenzyme, Katalase, Proteasen, Saccharase u. a.
Vitamine – B1, B2, B3, B6, B12, Folsäre, C,D,E,K
Mineralien – Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Natrium, Zink

Wichtig: Beim Gären entsteht auch eine gewisse Menge Alkohol!

Die wichtigste im Aufguss enthaltene Säure ist die Glukuronsäure. Sie baut Umweltgifte und Nahrungsgifte, Nikotin, Alkohol und Medikamente ab und entlastet daher die Leber durch verstärktes Entgiften. Kombucha enthält auch die „rechtsdrehende“ Milchsäure, die die Muskulatur und das Gehirn versorgt. Sie fördert eine gesunde Darmflora und hält unerwünschte Keime fern.

Diese Inhaltsstoffe tragen dazu bei, das Wohlbefinden zu steigern und viele Befindlichkeiten einzudämmen. Bei regelmäßigem Konsum können sich spürbare Verbesserungen einstellen.

Empfohlene Konsummenge und Wirkung

Empfehlungen beinhalten einen Konsum von täglich drei bis vier Gläser. Aber: Nach vier bis sechs Wochen sollte man für einen Monat pausieren. Danach sollte man wieder Kombucha für vier bis sechs Wochen trinken. Kinder und schwangere und stillende Mütter sollten wegen des enthaltrenen Koffeins und Alkohols auf Kombucha Tee verzichten.

Der Flüssigkeit werden viele gesundheitsfördernde Wirkungswiesen zugeschrieben. Nicht alle beinhalten spürbare Effekte und nicht alle müssen sich bei allen Menschen einstellen.

  • Kombucha ist hilfreich für das Immunsystem. Er kann vorbeigend wirken bei häufigen Erkältungen, Hautentzündungen, Candida Befall und Blaseninfektionen.
  • Er soll bei allergischen Reaktionen, wie Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis mildernd wirken.
  • Bei fast allen Störungen der körperlichen Abwehr sind Darmbakterien beteiligt. Das Getränk kann dazu beitragen, die fremden Keime abzuwehren und das Darmmilieu wieder in Ordnung zu bringen.
  • Vollbäder mit Kombucha unterstützen die Haut von außen.
  • Bei Magen-, Galle- und Leberbeschwerden sollte man zu jeder Mahlzeit ein Glas Kombucha trinken.
  • Bei Verstopfungen kann der Sud den Darm anregen.
  • Bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Rheuma und erhöhtem Cholesterinwert kann das Getränk stabilisierend wirken.
  • Bei Heilfasten, Entschlackungskuren und Diäten ist er ein guter Begleiter. Mit Matetee aufgesetzt dämpft er sogar Hungergefühle.
  • Er könnte vor Arteriosklerose schützen und den Blutdruck (zu hoch oder zu niedrig) harmonisieren.
  • Bei Durchblutungsstörungen und Krampfadern reibt man die betroffenen Stellen mit gut vergorenem Kombucha ein.
  • Bei Hautproblemen hilft der Tee äußerlich angewandt zu einem besseren Hautbild. Sie können Kombucha direkt als Gesichtswasser verwenden. Wattepads in die Lösung tränken und damit das Gesicht abtupfen.

Natürlich sollte man auch vor allen anderen Dingen auf eine gesunde Lebensweise achten. Der Kombucha-Tee kann jedoch eine bewusste, gesunde Lebensführung unterstützen.

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