Oolong-Tee

von | 30. Juni 2020 | Echter Tee, Oolong Tee

Für den jeden Teetrinker ist der Oolong eine etwas ganz besonderes. Er ist so klar und duftend wie sein grüner Bruder und so erfrischend und stark wie der bekannte Schwarztee. Er ist sehr beliebt in Asien und wurde zuerst in China hergestellt. Die meisten Sorten werden in der Fujian-Region in China angebaut, doch einige auch in Taiwan und eine kleine Menge in der Region Darjeeling in Indien sowie in Vietnam.

Herkunft und Geschichte

Der Name stammt aus der Sprache Pinyin. Dort heißt er „Wu Long“. Dieser Begriff oder auch „Oolong“ bedeutet „schwarzer Drache“ oder „schwarze Schlange“. Der Legende nach ist dieser Tee wegen einer schwarzen Schlange entstanden, die den Teepflanzer erst abschreckte und dann für einen herrlichen Geschmack des Tees sorgt. Der Name erinnert aber auch einfach nur an die langen und dunkelgrünen Teeblätter, die später eine schwarze Farbe annehmen. Der Tee, der genauso wie Schwarz- und Grüntee aus der Teepflanze Camellia sinensis hergestellt wird, kommt ursprünglich aus China. Will man der Legende Glauben schenken, so ist der Oolong-Tee durch Zufall von einem Teebauer entdeckt worden. Man erzählt sich, dass er beim Teepflücken von einem wilden Tier abgelenkt worden sein und dabei ganz seinen Korb ganz vergessen hatte. Nur hatte der Fermentationsprozess in der Zwischenzeit bereits eingesetzt: Der halbfermentierte Oolong-Tee war geboren. Seit dem 19. Jahrhundert wird der Oolong-Tee neben China auch in Taiwan produziert.

Fermentation

Der Oolong-Tee ist ein halbfermentierter Tee.

Die Fermentation (genauer gesagt: Oxidation) beschränkt sich bei dieser Art auf die äußeren Blattteile, das Innere bleibt weitgehend grün. Der Oxidationsgrad liegt zwischen dem von grünem Tee und dem von schwarzem Tee. Um die Teeblätter nach der Ernte für die Oxidation vorzubereiten, werden sie auf Matten in die Sonne gelegt. Später kommen Sie in einen dunklen Raum zum Trocknen, wo der Oxidationsprozess beginnt. Zwischendurch werden die Teeblätter gewendet, um die Oxidation zu beschleunigen. In Trommeln wird der einigermaßen trockene Tee durchgeschüttelt. Der Saft, der dabei austritt, reagiert mit dem Sauerstoff der Luft. Die Kunst besteht darin, den optimalen Zeitpunkt an der Kupferfärbung der Blätter abzulesen und den Fermentationsprozess zu stoppen. Dies geschieht durch Dämpfen oder Rösten der Blätter.

Der echte Formosa-Oolong und die chinesische Art werden fermentiert bis ungefähr 30 % der Teeblätter rot sind und 70 % grün. Dabei nutzen die Bauern vor allem die großen Blättern der Pflanze, die weiter unten an der Pflanze wachsen.

Wirkung auf die Gesundheit

Mehrere Studien haben gezeigt, dass Oolong viele erstaunliche gesundheitliche Vorteile bietet. Er kombiniert Catechine, Coffein und konzentrierte Antioxidantien; er enthält auch Folsäure, Niacin Amid und andere entgiftende Alkaloide. Darüberhinaus enthält er Mineralien; Mangan, Kupfer, Carotin, Selen, Kalium und die Vitamine A, B, C, E und K. Jede dieser Komponenten stimuliert Prozesse in unserem Körper, welche Krankheiten vorbeugen und eindämmen können.

Die Chinesen waren die ersten, die diesen Tee für sich genutzt haben und kannten natürlich auch seine Heilwirkung. Durch die geringe Gerbsäuremenge ist der Tee kömmlich Außerdem aktiviert er die Stoffwechselvorgänge im Körper. Der Oolong wirkt so entgiftend, reinigend und entwässernd. Er gilt sogar als Anti-Aging Mittel. Weiterhin schwören die Chinesen auf die Krebsvorsorge durch diesen Tee, wie auch auf die Entzündungs-Prophylaxe.

Wie aus einer detaillierten Studie des japanischen Osaka Institut für Gesundheitspflege hervorgeht, besitzt Oolong-Tee die Fähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration zu fördern. Er steigert nicht nur die Funktionen unseres Gehirns; er verringert auch Stress und Stimmungsschwankungen.

In anderen Studien zeigte sich ein erhöhter Kalorienverbrauch bei Menschen, die den Tee regelmäßig trinken. Gleichzeitig wird die Insulinerhöhung nach dem Essen gehemmt, sodass aufgenommene Kohlenhydrate schlechter in Fett umgewandelt werden können. Menschen mit Typ-2-Diabetes können von der regulierenden Wirkung auf Insulinspiegel und Blutzuckerspiegel profitieren. Grund: Die Polyphenolverbindung in diesem Tee aktivieren die Enzyme, die Fett verbrennen. Im Jahr 2001 beobachtete ein Physiologe und Forscher der Amerikanischen Landwirtschaftlichen Forschungsdienstleistungen in einer Studie, dass der Energieverbrauchsniveau von Teilnehmer mit Oolong-Konsum um 3 % höher war als das andere Studienteilnehmer. Durchschnittlich verbrannten diese Leute 67 zusätzliche Kalorien pro Tag verbrannten. Der effekt mag gering sein, aber eben pffensichtlich auch messbar.

Die enthaltenen Polyphenole tragen dazu bei, die Gesundheit der Haut zu verbessern. Sie hemmen sogar möglicherweise die Hautalterung und verbessern die Elastizität, was Faltenbildung voreugt. Ausserdem zeigte eine Studie von Patienten mit Ekzemen eine deutliche Verbesserung ihrer Haut, wenn sie regelmäßig drei Tassen pro Tag tranken. Einen ähnlichen Effekt wird dem Aufguss für das Haar nachgesagt. Er soll sogar Haarausfall etwas verzögern.

Oolong-Tee ist gut für die Verdauung: Er hilft gegen Sodbrennen, weil er Magensäure neutralisiert. Außerdem enthält der Tee viele Polyphenole, die bei Hautkrankheiten helfen und zu einem schöneren Hautbild beitragen – die Haut wird gereinigt und die Faltenbildung verlangsamt. Wie andere Tees kann auch der Oolong-Tee gesunde Zähne durch seine antibakteriellen Eigenschaften fördern.

Zubereitung

Die Zubereitung des Oolong-Tees ist ähnlich wie die von Grün- und Schwarztee. Oolong kann mehrmals aufgegossen werden und verliert dabei nicht an Aroma. Der Koffeingehalt nimmt mit jedem Aufguss ab. Bei der traditionellen Zubereitung in der Yixing-Tonkanne wird der Tee bis zu sieben Mal aufgegossen. Die Ziehzeit beträgt zu Beginn eine Minute und kann mit jedem Aufguss um eine halbe Minute verlängert werden.

Das Brühwasser hat idealerweise eine Temperatur von circa 80 Grad. Nicht mit kochendem Wasser aufgießen, denn das würde wertvolle Inhaltsstoffe zerstören. Darauf achten, dass das Leitungswasser nicht zu hart ist.

Sie können Oolong heiß oder kalt trinken. An Stelle von Zucker können Sie ihn mit etwas Kandis oder Honig süßen. Genuss pur!

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