Das Tee-Magazin
Wissenswertes

Gütesiegel & Zertifizierungen für Bio und Fairtrade

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Damit Teegenuss auch wirklich ein Genuss sein kann, legen Verbraucher zunehmend Wert auf Gütesiegel und Zertifizierungen. Nachhaltigkeit beim Anbau und den Rohstoffen, Schutz der Ressourcen, fairer Handel, richtige Entlohnung und humanitäre Arbeitsbedingungen lassen sich durch entsprechende Siegel und Zertifizierungen nachvollziehen. Mittlerweile finden sich verschiedene Teeauszeichnungen, die bekanntesten und relevanten in Bezug auf Bio-Tee und fairen Handel sollen hier vorgestellt werden.

EU-Bio-Siegel

Das EU-Bio-Siegel wurde 2010 eingeführt. Das Siegel bildet ein geschwungenes weißes Blatt, das sich aus 12 Europasternen zusammensetzt, auf grünem Fond ab. Damit werden Produkte versehen, deren Produktion und Kontrolle sich nach der EU-Öko-Verordnung richten und die mindestens einen Verarbeitungsschritt in der EU durchlaufen haben. In der Verordnung ist festgelegt, dass der ökologische Anbau ohne Pestizide und mineralische Stickstoffdünger auskommt. Der Energieverbrauch ist reduziert, die Rohstoffressourcen werden geschützt, ebenso wie Boden, Wasser und Luft.

Naturland-Siegel

Die Anforderungen an das Naturland-Siegel zeigen sich strenger als die für das EU-Bio-Siegel. Maßgeblich für die Einhaltung der vorgegebenen Standards ist der Verband für ökologischen Landbau e.V. in Gräfeling bei München, der 1982 gegründet wurde. Er setzt sich für die Förderung des ökologischen Landbaus weltweit ein.

Beim Anbau von Tee ist der Einsatz von chemisch-synthetischen Insektiziden, Herbiziden, Fungiziden oder Wachstumsregulatoren verboten. Auch dürfen keine Rohstoffe oder Beimengungen, die gentechnisch verändert sind, zum Einsatz kommen. Über die ökologischen Standards hinaus, müssen zudem soziale Standards wie der Zugang zu Gewerkschaften und die Verpflichtung von Sozialleistungen erfüllt sein.

Fairtrade-Siegel

Das grün-blaue Fairtrade-Siegel ist vielen Verbrauchern von Schokolade, Kaffee und anderen Lebensmitteln gut bekannt. Es wird in Deutschland von der TransFair e.V. Organisation vergeben, die sich nach den Standards von Fairtrade International richtet. Dahinter steht die Fairtrade Labelling Organizations International, kurz FLO, die 1997 gegründet wurde und ihren Sitz in Bonn hat.

Die FLO-Zertifizierung kennzeichnet eine umweltschonende Produktion sowie die Einhaltung von sozialen Standards bei der Erzeugung und Vermarktung. Dies sind u.a. die Förderung von Gemeinschaftsprojekten durch Fairtrade Prämien für gemeinnützige Zwecke (0,50 USD/kg Tee), definierte Mindestpreise pro kg Tee, mindestens 60% Vorfinanzierung des Kaufpreises, Tarif- und Mindestlöhne, Mitspracherechte der Angestellten in Produktionsbetrieben, Rückverfolgung bis zum zertifizierten Betrieb. Neben formellen Arbeitsverhältnissen sind auch Arbeitsschutzmaßnahmen vorgeschrieben. Kinder- und Zwangsarbeit sowie Diskriminierung sind verboten. Eine biologische Herstellung ist nicht unbedingt gefordert, wobei Fairtrade den biologischen Anbau mit Prämien unterstützt und auch selbst entsprechende Bedingungen wie den Ausschluss von Gentechnik vorgibt.

GEPA-Siegel

Tee, der mit dem hellbraunen GEPA-Siegel versehen ist, kommt aus fairem Handel. GEPA ist die Abkürzung für die Unternehmensbezeichnung „Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH“. Das Unternehmen wurde 1975 gegründet.

Zu den Standards, welche für Tee und weitere Lebensmittel in Bezug auf den fairen Handel gefordert werden, gehören Vorfinanzierungen von Saatgut-Investitionen, faire Absatzpreise für Rohstoffe/Fertigprodukte, die gesundheitliche Versorgung von Arbeitskräften, das Engagement gegen Kinderarbeit, die Unterhaltung von Bildungseinrichtungen, ein Vermarktungs-Mitspracherecht der Produzenten. Es darf zudem keine Gentechnik bei der Herstellung eingesetzt werden. Der ökologische Teeanbau ist keine Voraussetzung, allerdings handelt es sich bei den GEPA-Tees in der Regel um biologisch angebauten Tee, der zusätzlich mit dem EU-Biosiegel oder mit dem Naturland-Siegel gekennzeichnet ist.

Durch das GEPA-Siegel wird garantiert, dass in den Teepackungen zu 100% Tee von zertifizierten Teegärten enthalten ist. Im Angebot des Teevertriebs mit GEPA-Siegel finden sich schwarzer, grüner, weißer Tee, Robois-, Kräuter- und Früchtetee.

Tee-Anbau kann auch nachhaltig sein

Rainforest Alliance Zertifizierung

Die internationale, unabhängige Umweltschutzorganisation Rainforest Alliance setzt sich mit der Zertifizierung für die nachhaltige Bewirtschaftung von Landflächen, verantwortungsvolles Handeln, Menschenrechte, Klima-, Arten- und Umweltschutz ein. Um das grün-weiße Siegel mit dem Frosch zu erhalten, sind hohe ökologische, wirtschaftliche und soziale Anforderungen zu erfüllen. Dazu gehören der obligatorische Nachhaltigkeitsbonus, der von Zwischenhändlern an die Erzeuger gezahlt wird, um sie für nachhaltige Anbaumethoden zu belohnen, die Zahlung von existenzsichernden Löhnen, die Überwachung zur Vermeidung von Kinder- und Zwangsarbeit, Diskriminierung, Gewalt und Belästigung sowie zahlreiche Auflagen zum Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer/innen. Weiterhin werden die Erzeuger in klimaschonenden Anbaumethoden geschult.

UTZ-Zertifizierung

Die Stiftung UTZ (UTZ), nach der auch das gleichnamige Programm benannt ist, zertifiziert seit 2007 Tee aus nachhaltigem Anbau. Der Erhalt des Siegels ist an den Verzicht auf übermäßigen Einsatz von Dünger und Chemikalien gebunden, der Tee muss bis zum Erzeuger zurückzuverfolgen sein. Der Verhaltenskodex der UTZ verbietet Kinderarbeit und die Unterschreitung des Mindestlohns. Auch hinsichtlich der maximalen Arbeitszeit pro Woche gibt es Vorgaben.

Orientierung beim Kauf

Die genannten Label stehen nicht für Qualität, sondern zeichnen Produktionen aus, die den gesetzten Anforderungen entsprechen. Wer großen Wert auf Nachhaltigkeit und fairen Handel legt, sollte beim Kauf des Lieblingstees auf diese Siegel achten. Diese unterstützen eine Orientierung im Handel an nachvollziehbaren Standards und bieten Transparenz. Dennoch muss ein Tee oder Aufguss mit einer solchen Kennzeichnung nicht besonders gut schmecken oder frei von allen Schadstoffen sein. Bei diesen Hinweisen lohnt sich ein Blick in die genauen Zertifizierungsregeln. Aber sie stehen generell für bessere Anbau-, Produktions- und Handelsbedingungen.

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