Samowar

von | 12. Juli 2016 | Wissenswertes, Zubehör, Zubereitung von Tee

Der Samowar wurde ursprünglich in Russland im 18. Jahrhundert erfunden und bedeutet so viel wie „Selbstkocher“. In dieser Zeit konnten sich nur die Adeligen und wohlhabenden Bürger einen Samowar leisten. Nachdem dieser allerdings günstiger wurde, stieg seine Verbreitung, da auch normale Bürger sich solch einen Selbstkocher leisten konnten. Dieser wurde von Generation zu Generation weitervererbt und es war sozusagen eine Investition für die Zukunft. Von dort gelangte er über das Schwarze Meer in die heutige Türkei. Daher gibt es vor allem türkische und russische Modelle, die sich in erster Linie durch das Design und Fassungsvermögen unterscheiden.

Die besondere Funktionsweise

Die Funktionsweise ist ganz einfach: Je nachdem ob man einen elektrischen oder einen Holzkohle-Samowar hat, gibt es jedoch einen Unterschied beim Wasseraufkochen. Der Rest ist jedoch identisch.

Der Samowar besteht grundsätzlich aus zwei Teilen. In einem Kessel kocht Wasser. Darüber steht eine Kanne, die eine sehr geringe Menge Wasser mit Teeblättern enthält. Durch die Hitze entsteht ein Teekonzentrat. Dieses wird später mit dem kochenden Wasser nach persönlichem Geschmack in der Tasse vermischt, also verdünnt. Das typische Verhältnis schwankt zwischen 1:3 und 1:10.

Bei einem Holzkohle-Samowar muss man für einen stabilen Untergrund sorgen, damit der Behälter anschließend daraufgestellt werden kann. Je nach Modell gibt es entweder eine Kammer, welche sich im Inneren befindet oder eine offene Stelle unterhalb. In beiden Fällen wird Feuer gemacht. Das soll dazu führen, dass sich im mittleren Kessel das Wasser erhitzt. Bei der elektrischen Ausführung wird dieses über eine Stromquelle zum Kochen gebracht. Der traditionelle Kessel ist wegen des offenen Feuers und des Rauchs nur im Freien nutzbar. Der Rauch kann außerdem über ein Verlängerungsrohr abziehen, das einen Kamineffekt erzeugt.

Wenn das Wasser kocht, kommt die Teekanne mit dem Teekonzentrat auf das obere Ende des Geräts. Beim elektrischen Modell steht die Kanne bereits beim Kochen auf dem Gerät. Ist das darin enthaltene Konzentrat ebenfalls heiß, ist alles zum Mischen bereit. Das heiße Wasser wird aus dem Ablasshahn heruntergelassen werden und jeder gibt so viel Teekonzentrat hinzu, wie er möchte. Auf diese Weise kann die Stärke des Tees individuelle gesteuert werden.

Bei einem elektrischen Samowar kann das Wasser über eine längere Zeit auf Temperatur gehalten werden, indem diese über den Thermostat eingestellt wird. Das spart später dann nicht nur Zeit, sondern auch Strom. So ist es dann möglich, sich jederzeit einen neuen Tee zuzubereiten oder weiteres heißes Wasser hinzuzugeben.

Material und Design

Die heute verwendeten Materialien unterscheiden sich von den früher verwendeten deutlich. Wurde früher hauptsächlich Messing und Kupfer verwendet, ist es heute hauptsächlich Edelstahl oder teilweise auch Kunststoff. Die günstigeren Modelle sind aus Kunststoff oder haben einen großen Anteil an Kunststoff. Die teureren und höherwertigen Modelle sind allesamt aus Edelstahl. Dies ist nicht nur pflegeleichter, sondern auch günstiger in der Herstellung und widerstandsfähiger.

Das traditionell „verschnörkelte“ Design ist bei einigen Modellen und Herstellern gleich geblieben, vor allem bei den höherwertigen Ausführungen. Auch abstrakte und komplett neue Designs sind aufgetaucht. Die meist günstigeren Modelle können in einem ähnlichen Design wie ein herkömmlicher Wasserkocher vorgefunden werden. Meist sind diese auch mit einem höheren Anteil oder gar komplett aus Kunststoff.

Der ganz andere Teegenuss

Samowar steht für den langsamen Genuss. Der Tee rückt in das Zentrum des Erlebens. Er bietet einen sehr guten und anpassbaren Geschmack, ist ein Augenschmaus und steht für der Liebe zur Tradition. Wer so etwas erleben möchte, sollte sich ein traditionelles Modell besorgen. Ein schöner aus Edelstahl hergestellter und in traditionellem Design belassender Samowar, macht das Teetrinken zu einem wahren Genusserlebnis.

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