Brennnesseltee

von | 08. August 2012 | Blätter-Tee, Kraut-Tee, Kräutertee, Wurzel-Tee

Brennnessel ist seit langer Zeit als Heilmittel bekannt. Die Pflanze ist nahezu auf der ganzen Welt verbreitet. Sie bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Sie hat auf der Oberfläche der Blätter die sogenannten Brennhaare sitzen, die bei der kleinsten Berührung abbrechen und sich in die Haut bohren. Diese Härchen stoßen ein Gift aus, das jede Menge Ameisensäure und Enzymen enthält. Es ist die Reizflüssigkeit, die ein Kribbeln und Brennen oder sogar Quaddeln verursacht, die den eigentlichen Wert der Pflanze ausmacht. Den Brennnesseltee können Sie im Handel leicht finden oder selbst ansetzen.

Die große Brennnessel (Urtica dioica)

Es handelt sich um eine mehrjährige Pflanze mit einem weit verzweigtem Wurzelwerk. Sie hat kleine grüne Blüten und kleine, kapselartige hellbraune Früchte. Das Gewächs kann bis zu 150 cm hoch werden. Ernten Sie die Blätter, die blühenden Stängelspitzen und die Wurzeln zu jeder Jahreszeit nach Bedarf ab. Verwenden Sie jedoch nur die frischen Pflanzenteile.

Anwendung, Wirkstoffe und Wirkung

Die besondere Heilkraft der Pflanze und des daraus gewonnenen Brennnesseltee hatten schon griechische und römische Ärzte erkannt und setzten sie bei Gelenkschmerzen und als wassertreibendes Mittel ein. Auch Hildegard von Bingen schwor auf die Heilkräfte der Pflanze. Heute spielt der Extrakt der Pflanze inzwischen auch in der alternativen Rheumatherapie eine gewisse Rolle.

Die Blätter der Pflanze und das Kraut enthalten überwiegend Gerbstoffe, aber auch Vitamin C, Vitamin A und Mineralstoffe (vor allem Eisen und Flavonoide). Verschiedene Eiweiße und ungesättigte Fettsäuren sind in den Früchten enthalten. In den Wurzeln wurde Beta-Sitosterin nachgewiesen.

Bei eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion sollte die Brennnessel nicht angewendet werden. Aus medizinischer Sicht hat jedoch der aufgegossene Tee ansonsten wunderbare Eigenschaften:

  • Die in der Brennnessel befindlichen Wirkstoffe gelten als harntreibend und blutbildend.
  • Die Substanzen sollen schleimlösend sein und die Gallenfunktion anregen.
  • Die enthaltenen Gerbstoffe können Magenbeschwerden linden und bei Durchfall helfen.
  • Bei Beschwerden einer gutartigen Vergrößerung der Prostata soll das Beta-Sitosterin der Wurzel einen positiven Effekt haben.
  • Das enthaltene Eisen regt vermutlich die Produktion roter Blutkörperchen an.
  • Da die Pflanze wenig Säure enthält, ist sie bei Rheuma, Gicht und Arthritis gut verträglich.
  • Die Wirkstoffe tragen bei ausreichendem Konsum zu einer Reinigung der Harnwege bei und lindern so Infekte.

Zubereitung

Die Zubereitung von Brennnessel-Aufguss unterscheidet sich nach Anwendungsgebiet. Fragen Sie bei Problemen jedoch unbedingt ihren Arzt um Rat.

  • Bei Harnwegserkrankungen: Übergießen Sie zwei Teelöffel getrockneten Krauts oder Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser. Lassen Sie alles zehn Minuten zeihen. Nach dem Abseihen können Sie den Brennnesseltee trinken. Bis zu zehn Tassen am Tag sind möglich.
  • Bei Muskel- und Gelenkerkrankungen: Setzen Sie zwei Teelöffel der Brennnesselwurzel mit einer Tasse kaltem Wasser an. Kochen Sie eine Zeit später beides eine Minute auf und lassen Sie den Sud zehn Minuten ziehen. Nach dem Absieben ist der Aufguss genießbar. Trinken Sie bis zu drei Wochen lang täglich bis zu sechs Tassen.
  • Bei Hauterkrankungen: Übergießen Sie zwei Teelöffel des Krauts mit kochendem Wasser. Lassen Sie den Sud zehn Minuten ziehen und seihen sie dann alles ab. Zur unterstützenden Entschlackung der Haut sind bis zu sechs Tassen täglich über einen Monat lang möglich.
  • Bei Prostata-Erkrankungen: Setzen Sie zwei Teelöffel der Wurzel mit einer Tasse kaltem Wasser an. Kochen Sie die Mischung danach fünf Minuten auf. Nach dem Abkühlen sieben Sie den Aufguss ab. Empfehlungen sagen, über vier bis sechs Wochen morgens und abends jeweils eine Tass in kleinen Schlucken zu trinken. Die Wirkstoffe sollen dabei helfen, den Harndrang zu reduzieren.

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