Kalmustee

von | 23. Juli 2015 | Kräutertee, Wurzel-Tee

Der Kalmustee gilt als entzündungshemmend und auch appetitanregend. Kalmus ist eine mehrjährige Wasserpflanze, die vor allem an Teichen, Seen und Ufern zu finden ist. Sie hat schwertförmige Blätter und daumendicke Wurzeln. Die Blätter können bis zu einem Meter groß werden, von daher sind sie leicht zu erkennen. Dazu riecht die Pflanze sehr aromatisch und enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe und ätherisches Öl. Man spricht bei dieser Gewürz- und Arzneipflanze auch von der aromatischen Bittermandel. Diese kommt ursprünglich aus Japan und China und ist eine schilfähnliche Pflanze. Sie ist jedoch auch schon lange in Europa zu finden.

Achtung: Beide Varianten, die europäische und die asiatische Pflanze, unterscheiden sich bei den Inhaltsstoffen. Die asiatische Kalmus-Pflanze (tetraploider Kalmus) enthält überwiegend den Wirkstoff Asaron, genauer β-Asaron. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Krebs auslösen kann. Der Verkauf dieser Variante ist verboten. Die europäische und nordamerikanische Variante (diploider Kalmus) gilt als sicher. Achten Sie daher stets darauf, diploiden Kalmus zu erwerben.

Bei uns ist die Acorus calamus genannte Pflanze auch als Ackerwurz, Zehrwurz, Deutscher Ingwer oder aber auch Magenwurz bekannt. Das Gewächs gilt bereits seit ca. 4000 Jahren als Mittel, um Schönheitscremes herzustellen. In Nordamerika haben die Irokesen die Wurzel verräuchert, um in Kontakt mit Ahnen zu treten. Paracelsus hatte sie gegen Bleichsucht eingesetzt. Auch Hildegard von Bingen hat damit gearbeitet. Sie stärkte demnach den Magen damit. Im 17 Jahrhundert fand Kalmus in die Küche und wurde als Würzmittel eingesetzt oder kandiert als Konfekt gereicht.

Anwendungen von Kalmustee

Die gesundheitsfördernde Wirkung der Wurzel gilt als relativ gesichert. Ein Aufguss kann daher einen positiven Effekt haben. Insbesondere wird der Tee eingesetzt bei folgenden Problemen und Krankheiten:

  • Appetitlosigkeit,
  • Nierenkrankheit,
  • Leberkrankheit,
  • Mundgeruch,
  • Haarausfall,
  • Sodbrennen,
  • Ausgleich für die Magensäureproduktion,
  • Bei Schwäche der Verdauungsorgane,
  • Magen-Darm-Beschwerden.

Eine Tinktur aus der Wurzel gilt als Mittel gegen Entzündungen. Als Pulver soll sie bei Sodbrennen und eiternden Wunden helfen. Bei Mundgeruch und Haarausfall hilft eher die Spülung. Und auch ein Bad mit Kalmus soll wirksam sein – bei Erfrierungen, rheumatischen Erkrankungen und Menstruationsbeschwerden. Zudem soll das Kauen der Wurzel bei der Raucherentwöhnung nützlich sein. Kalmustee sollte jedoch keinesfalls während der Schwangerschaft getrunken werden.

Zubereitung von Kalmustee

Um einen Tee herzustellen, nehmen Sie zwei Teelöffel der Wurzel und übergießen Sie diese mit einem Viertelliter Wasser. Achtung: Das Wasser muss kalt sein! Lassen Sie den Sud etwa acht Stunden ziehen und gießen Sie ihn dann ab. Von diesem Kaltaufguss sollten Sie maximal sechs Schlucke am Tag zu sich nehmen. Alternativ übergießen Sie die Wurzel mit heißem Wasser. Lassen Sie den Aufguss 15 Minuten ziehen und sieben Sie die Flüssigkeit dann ab. Trinken Sie diesen Tee ungesüßt und lauwarm.

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