Steinkleetee

von | 07. April 2017 | Blätter-Tee, Kräutertee

Der echte Steinklee (oder gelber Steinklee, Melilotus officinalis) gehört zu der Familie der Hülsenfrüchte (Fabaceae). Die meisten Menschen kennen den zotteligen, gelbblühenden Steinklee, der an Straßen und Wegrändern wächst oder auch auf brachen Äckern und Schutthalden zu finden ist. Es ist keine sehr ansehnliche Pflanze, aber die Bienen lieben ihn. Denn er bietet einen reichhaltigen Nektarvorrat. Daher kommt auch der gebräuchliche Name „Honigklee“, was aus dem griechischem „Meli“ wie Honig und „lotus“ wie Klee stammt. Weitere Namen des Steinklees sind: Honigklee, Melilotenklee, Mottenkraut, Schabenklee und Traubenklee.

Geschichte als Hausmittel

Die Geschichte des Steinklees als Hausmittel geht bis in das antike Ägypten zurück. Dort bereiteten Heiler die Blüten und Blätter der Pflanze als Tee zu, um zum Beispiel Verdauungsproblemen oder Wurmerkrankungen zu behandeln. Galen, ein Arzt aus dem alten Griechenland, hatte das Kraut später für Umschläge genommen, wenn jemand entzündete und geschwollene Gelenke hatte. Noch heutzutage wird der Steinklee in der Naturmedizin genutzt, um eine entkrampfende Wirkung oder eine Stärkung der Nerven sowie eine Unterstützung der Nierenfunktion zu erreichen.

Erzählungen und Sagen

Der Steinklee galt in Sagen und Erzählungen als Sinnbild der weiblichen Schönheit, weil er so unglaublich süß duftet. Er war den neun wunderschönen Töchtern des Jupiters geweiht, den sogenannten Musen. Im alten Griechenland haben sich darum die jungen, hübschen Mädchen mit einem Kranz aus „Honigklee“ geschmückt, um noch schöner und begehrenswerter zu sein.

Diese Betrachtung änderte sich im Mittelalter. In christlichen Regionen wurde der „Honigklee“ mit Maria in Verbindung gebracht. Daher stammen heute noch die Volksnamen, „Marienpflanze“ und „Liebfrauenschühlein“. Wenn man sich etwas von der Pflanze in die Kleidung nähte, sollte dies dem Träger eine sympathische Ausstrahlung geben.

Wo wächst die Pflanze?

Der echte Steinklee (gelber Steinklee) ist ein anspruchsloses Kraut. Seiner Vorliebe für steinige Standorte verdankt er vermutlich seinen deutschen Namen. Er ist eine zweijährige Pflanze und kann mit ihren stark verzweigten, aufrechten Stängeln eine Höhe von bis zu 150 Zentimetern erreichen. An diesen Stängeln wachsen dreizählige, kleeähnliche, am Rand schwach gesägte Blätter. Die kleinen, gelben Schmetterlingsblüten, die auch an den Stängeln wachsen, sind typisch für die aus der botanischen Familie stammenden Schmetterlingsblütengewächse (Fabaceae).

In langen Trauben stehen 20 bis 30 dieser Blüten. Die Blütezeit ist von Mai bis September und aus den Blüten entwickeln sich hellbraune, rundliche Hülsenfrüchte. Geerntet wird zur Blütezeit das oberirdische Kraut der Pflanze. Das Kraut wird in lockeren Bündeln an luftigen Orten aufgehängt und bei unter 35° getrocknet. Nach dem Trocknen kann man es zerkleinern und luftdicht aufbewahren. In osteuropäischen Ländern wird die Pflanze überwiegend in Kulturen für den Handel angebaut.

Zubereitung von Steinkleetee

Steinklee Tee gilt in der Naturheilkunde bei inneren Anwendungen als bewährt, bei Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, bei Wadenkrämpfen, sowie zur Unterstützung bei Venenerkrankungen. Er soll außerdem bei innerer Unruhe und Kopfschmerzen helfen.

Achtung: Mediziner warnen vor dem Genuss des Tees. Denn das für die Wirkunsgweise zuständige Kumarin ist äußerst schwankenden Anteilen enthalten. Bestenfalls ist die Wirkung nicht vorhanden, schlimmstenfalls kann es zu einer Überreaktion kommen.

Für eine Tasse des Aufgusses nehmen Sie ein bis zwei Teelöffel klein geschnittenes Steinkleekraut. Übergießen Sie dieses mit einem Viertelliter kochendes Wasser und lassen die dem Sud zehn Minuten ziehen. Gießen Sie alles ab, dann trinken Sie den Tee.

Bei äußerlichen Anwendungen nehmen Sie zwei gehäufte Esslöffel Steinkleekraut und übergießen dieses mit einem Liter Wasser. Die Mischung muss nun ca. 20 Minuten auf kleiner Stufe köcheln. Danach entfernen Sie das Kraut. Die Flüssigkeit gilt in der Naturheilkunde als gutes Mittel, um Mullbinden oder Kompressen zu tränken.

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