Eibischtee

von | 19. Februar 2017 | Blätter-Tee, Kräutertee, Wurzel-Tee

Der Eibisch ist schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze bekannt. Forscher fanden im Grab eines Neandertalers, der etwa 60.000 v. Chr. lebte, Spuren von verschiedenen Pflanzenarten – darunter auch Eibisch. Wahrscheinlich wurde der er schon damals zu Heilzwecken verwendet. Die Wurzel ist ein altes Hausmittel. Der botanische Name „Althaea“ entstammt aus dem griechischen „althaino“, was so viel bedeutet wie „ich heile“.

Im Zeitalter der Antike zierten die Griechen die Gräber ihrer Verstorbenen damit. Der griechische Arzt Hippokrates nutzte die Pflanze zur Wundheilung. Auch Dioskurides und Plinius haben die Wirkung bereits beschrieben. Karl der Große z. B. hatte das Gewächs wegen seiner Heilkräfte sogar in seinen Ländereien anpflanzen lassen. Waren im Mittelalter die Nahrungsmittel knapp, wurde die Wurzel gekocht oder gebraten und verzehrt.

Herkunft

Der echte Eibisch – Althaea officinalis – stammt aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae).  Man kennt die Pflanze auch unter den volkstümlichen Namen wie, Adewurzel, Altee, Alter Thee, Driantenwurzel, Eibsche, Flusskraut, Heilwurz, Heimischwurzel, Hilfswurz, Ibsche, Sammtpappel, Schleimwurz und Weisswurzel.

Seine Heimat sind die gemäßigten Zonen Südeuropas und Westasiens. Er wächst vor allem auf salzigen Böden, also z. B. am Meer. In Deutschland kommt er an der Ostseeküste sowie auf Salzwiesen oder an Salzstellen im Binnenland an. Denn er benötigt feuchte, salzhaltige Böden, wie man sie an Gräben, an Küstengebieten oder an Flussläufen vorfindet. Die Pflanze zählt zu den ökologisch wertvollen Nektarweiden für Bienen. Als Zierpflanze findet er sich gern in Hausgärten wieder, wo er am Rand oder in Kübeln wächst.

Aussehen

Das Gewächs kann bis zu 1,5 Meter hoch werden. Er ist eine mehrjährige, heimische Solitärwildstaude und besitzt einen fingerdicken, ästigen Wurzelstock. Die aufrechtwachsenden, kräftigen Stängel sind ebenso wie die Blätter innen röhrig und außen filzig behaart. Am Blattrand sind die Blätter eingekerbt und von graugrüner Farbe. Die hellrosa Blüten befinden sich in den Blattachseln oder am Ende des Stängels und haben purpurrote Staubbeutel. Er blüht von Juli bis September.

Ernte

Geerntet werden die Blätter von Mai bis Juni, die Blüten im Juli und August. Die Wurzel erntet man allerdings am besten im Spätherbst, weil dann der Schleimgehalt besonders hoch ist. Die abgeernteten Pflanzenteile sollten kühl, trocken und lichtgeschützt lagern.

Info: Große Bekanntheit erlangte der Eibisch (Wurzel) früher in der Süßwarenindustrie. Sie wurde bei der Herstellung von Marshmallows genutzt. Die Wurzel diente als gummiartiges Geliermittel. Heute ist sie durch Gelatine und andere Stoffe ersetzt.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Inhaltsstoffe sind: Schleimstoffe, ätherische Öle, Saponine, Asparagin, Ephedrin, Flavonoide, Gerbstoffe, Gerbsäure, Cumarine, Zink, Stärke und Pektine. Daraus leitet sich die Wirkung der Pflanze ab. Eine der wichtigsten Eigenschaften ist sein Reichtum an Schleimstoffen, vor allem in der Wurzel. Daher kann man sie überall einsetzen, wo eine schützende Wirkung erwünscht ist. Die Pflanze wird in erster Linie bei Atemwegserkrankungen (Bronchitis, Husten, Erkältungen) und bei Entzündungen und Reizungen der Verdauungsorgane (Blähungen, Durchfall, Verstopfung) genutzt. Auch äußerlich bei Problemen mit der Haut kann Eibisch lindernd wirken, wenn man ihn als Umschlag verwendet (leichte Verbrennungen, rissige, trockene Haut, Wunden und Ekzemen). Blätter und Wurzel sind sehr gut verträglich.

Zubereitung

Es gibt zwei verschiedene Aufgussarten mit der Pflanze. Einmal den Wurzeltee und einmal den Blättertee.

  • Tee aus Eibischblättern: Für die Zubereitung aus Blättern nehmen Sie zwei Teelöffel  fein geschnittene Blätter. Übergießen Sie diese mit etwa 250 ml heißem Wasser. Lassen Sie die Mischung zehn Minuten ziehen und gießen Sie denn Tee dann ab. Sie können das Getränk mehrmals am Tag zu sich nehmen. Ungesüßt eignet es sich vor allem bei Magen- Darmbeschwerden. Mit einem Teelöffel Honig wird daraus eine Art natürlicher Hustensaft.
  • Tee aus der Eibischwurzel: Wenn Sie einen Wurzeltee möchten, nutzen Sie zwei Teelöffel sehr fein geschnittene Wurzelteile. Übergießen Sie diese mit 250 ml kaltem Wasser. Lassen Sie diesen Aufguss bei gelegentlichem Umrühren etwa 30 Minuten ziehen. Danach seihen Sie den Sud durch ein Mulltuch oder Teesieb ab. Vor dem Trinken erwärmen Sie die Flüssigkeit auf eine angenehme Temperatur. Auch davon können Sie mehrfach am Tag eine Tasse trinken.

Tipp: Extrakte aus der Wurzel gibt es auch in Form von Arzneimitteln, als Hustensaft oder Hustensirup. Das unterstreicht die natürliche Wirkung der Pflanze.

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