Ehrenpreistee

von | 19. Januar 2017 | Kraut-Tee, Kräutertee

Dem Ehrenpreis (Veronica officinalis) sind viele schon häufig bei Spaziergängen im Wald oder an Wegrändern begegnet. Er ist ein zierliches, mit leuchtend blauen Blüten, anzusehendes Wildkraut. Schon im Mittelalter hatte der Ehrenpreis ein hohes Ansehen, durch den volkstümlichen Namen „Allerweltsheil“. Unter weiteren Namen ist er ebenfalls bekannt: Allerweltskraut, Frauenlist, Grindkräutl, Grundheil, Hühnerraute, Köhlerkraut, Veronika, Steh-auf-und-geh-weg, Sta-up-un-ga-darvon, Viehkraut, Wald-Ehrenpreis, Wundheilkraut und Zittli. Wo genau das Kraut herkommt, kann nicht genau bestimmt werden. Das Ursprungsgebiet soll aber zwischen dem östlichen Europa und Westasien liegen. Heute kann man die Pflanze wild in fast allen europäischen Ländern finden, sogar in vielen Regionen Nordamerikas hat sie sich ausgebreitet.

Die Pflanze

Es gibt weltweit mehr als 350 Arten vom Ehrenpreis: Großer Ehrenpreis (Veronica teucrium), Flacher Ehrenpreis (Veronica prostata), Ähriger Ehrenpreis (Veronica spicata), Langblättriger Ehrenpreis (Veronica longifolia) und persische Ehrenpreis (Veronica persica) sind die bekanntesten. In der Natur findet man den echten Ehrenpreis an Wegrändern, auf trockenen Wiesen, auf Waldlichtungen und auf weiten Heideflächen. Das Kraut zählt zu der Familie der Wegerichgewächse.

Die Pflanze hat einen mehrjährigen, kriechenden Wurzelstock und treibt im Frühjahr harte, haarige Stängel aus, die ca. bis 30 cm hoch werden. Die Blätter sind gegenständlich angeordnet und haben weiche Haare. Meist blüht die Pflanze von Anfang Juli bis Mitte September. Dann erscheinen die leuchtenden, hellblau- bis violetten Blüten. Jede Blüte hat vier Blütenblätter. Auch bei Gärtnern ist sie wegen der Blütenpracht als Bodendecker sehr beliebt.

Mythen und Sagen

Es gibt zahlreiche alte Volksweisheiten und Aberglaube rund um das Gewächs. So soll man es nicht pflücken, wenn man es um sein Haus wachsen hat. Denn es schützt angeblich vor Gewittern und Blitzen. Hat man schlimme Vorahnungen und kann an nichts mehr richtig denken, soll man einen Tee daraus trinken. Ein volkstümlicher Spruch lautet: „Trinkt Ehrenpreis und Bibernell, dann sterbst net so schnell“. Kaiser Karl V. von Spanien soll angeblich seine Gicht damit behandelt haben.

Das Heilkraut

Schon im Mittelalter galt die Pflanze als Heilkraut und hatte damals wesentlich mehr medizinische Bedeutung als heute. Die alten Namen „Allerweltsheil“ und „Wunderheilkraut“ deuten darauf hin. Pfarrer Kneipp beschrieb das Kraut als Mittel gegen Schwindsucht und gegen Gicht. Maria Treben empfiehlt es in ihren Büchern zur Senkung des Cholesterinspiegels. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind: Aucubin, Aucubinglykoside, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Gerbsäure, Harz, Iridoide, Kaffeesäurerverbindungen, Milchsäure, Saponine und ätherische Öle. In der Regel kommt Ehrenpreis als Tee zum Einsatz. Heute gilt die Wirkung der Inhaltsstoffe als vergleichsweise gering, sodass andere Kräuter häufig effektiver eingesetzt werden können.

Heilende Eigenschaften

Der Aufguss kann bei Verdauungsproblemen, Bronchitis und festsitzender Husten, bei Magen- und Darmbeschwerden, bei Rheuma und Gicht helfen. Außerdem soll er bei Migräne, oder seelischem Stress eine Wirkung entfalten. Die Wirkstoffe tragen zum Abtransport von Giftstoffen bei und unterstützen somit deren Ausschwemmen. Außerdem soll es einen Effekt bei Gedächtnisproblemen, in Erkältungszeiten und bei einem zu hohen Cholesterinspiegel geben.

Zubereitung von Ehrenpreistee

Um einen Tee aus Ehrenpreis herzustellen benötig Sie zwei bis drei Teelöffel getrocknetes Kraut. Dieses übergießen Sie mit ca. 250 ml heißem Wasser. Den Sud lassen Sie dann für etwa acht bis zehn Minuten ziehen, um ihn dann abzuseihen. Den Tee sollten Sie dreimal täglich am besten nach den Mahlzeiten trinken.

Wenn Sie unter Fußschweiß leiden, können Sie aus den Blättern der Pflanze einen Absud kochen und für ein Fußbad nutzen. Geben Sie die Blätter mit einem Liter kochendes Wasser in ein Gefäß, lassen alles fünf Minuten ziehen und gießen es dann ab. Den Aufguss geben Sie in das Fußbad. Auf diese Weise soll der Tee auch bei chronischen Hautbeschwerden wie z. B. Schuppenflechte, Ekzeme und Jucken der Haut wirken können.

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