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Gänsefingerkraut – für Entzündungen im Mundraum

Das Gänsefingerkraut mit dem lateinischen Namen “argentina anserinaist” eine Pflanze, die zu der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört. Sie ist auch weiterhin noch unter dem wissenschaftlichen Namen potentiella anseria bekannt. Im 15. Jahrhundert wurde das Gänsefingerkraut zum ersten Mal in einem Kräuterbuch erwähnt (obwohl es auch schon die alten Germanen kannten).

Man kennt es auch volkstümlich unter den Namen, Anserine, Dreckkraut, Gänserich, Gänsewiß, Grenzel, Martinshand, Maukenkraut, Säukraut, Sauringel, Silberkraut, Krampfkraut oder Wiederrick.

Das Gänsefingerkraut findet man in den milderen Zonen der Nordhalbkugel. Im mitteleuropäischem Raum findet man es öfter. Auch in Asien und Nordamerika ist es anzutreffen. Man trifft es in Mitteleuropa in Höhen bis zu 2000 Metern an. Bei uns findet man die Pflanze im Allgäu bis zu c. a. 1200 Metern hoch. Es handelt sich bei dem Gänsefingerkraut um eine weitverbreitete Rosettenpflanze.

Geschichten und Mythen über das Gänsefingerkraut (Potentilla anserina).

Das „Kraut, das bei den Gänsen wächst „kannte man bereits schon im Mittelalter. Man gab ihm den lateinischen Namen „Potentilla“, was mächtig bedeutet, weil man das Kraut für stark hielt. Das Wort „Anserine“ bedeutet im Volkstümlichen „Gans“. Es wird den Gänsen nachgesagt, dass sie das Kraut sehr gerne fressen. Der Sage nach sollen sich Elfen und andere Geister auf den Blättern des Gänsefingerkrautes zu einem Plausch treffen.

Wer Gänsefingerkraut bei sich trägt, dem soll niemals das Geld ausgehen. Trägt einer bei seiner Hochzeit Gänsefingerkraut im Schuh, so hat derjenige die Hosen an. Macht man sich eine Kette von dem Kraut und trägt sie um den Hals, soll man den Partner fürs Leben finden. Schneidet man am Johannistag Gänsefingerkraut (es darf aber nicht von Hand berührt werden) und gibt es in den Geldbeutel, so hat man nie Geldsorgen; so die Sagen.

Die Indianer verwendeten die Wurzeln der Pflanze bei Geburten, um diese zu beschleunigen und sahen auch darin ein adstringierendes und vor allem ein Stärkungsmittel.

Zubereitung des Gänsefingerkrauts

Früher kochte man das Kraut oft in Milch, was als Beweis angesehen werden kann, dass das Kraut schon Jahrtausende als Heilmittel angewandt wurde, denn die germanischen Stämme kochten ihre gesammelten Heilkräuter oft in Milch. Auch Pfarrer Kneipp benutzte das Gänsefingerkraut, aus dem er einen Milchauszug herstellte. Er war es auch, der das Kraut wieder populär machte.

Hildegard von Bingen über das Gänsefingerkraut. Wenn der Mensch sich zusammenkrampft, so mag das Kraut in Wein gesotten und getrunken werden. Der Saft ist gut gegen Fieber.

Auch für Tiere ist es ein gutes Heilkraut, was die Bauern auch schon von je her kennen. Es hilft den Tieren gegen Koliken und bei Problemen beim Wiederkäuen.

 Die Pflanze

Das Gänsefingerkraut wird 20 bis 50 cm groß. Es treibt lange, kriechende Ausläufer aus, die mehrere Meter lang werden können. Aus dem ausdauernden Wurzelstock treiben die vielpaarig gefiederten Grundblätter, die für das Gänsefingerkraut charakteristisch sind. Der Wurzelstock ist kurz und gut verzweigt. Die Grundblätter sind schmal und länglich und an der Blattunterseite silbrig-weiß und leicht behaart. Die Stängel sind kriechend und goldfarbenen Blüten sind auf langen Stielen und sind c. a. zwei Zentimeter im Durchmesser groß. Man findet das Gänsefingerkraut auf Äckern, Wiesen (vor allem Gänseweiden) und an Wegrändern. Es bevorzugt feuchten, dichten, stickstoffreichen und lehmig-tonigen Boden. Man sieht es auch hin und wieder auf steinigen Untergrund. Die Blüten des Gänsefingerkrautes öffnen nur, wenn die Sonne scheint. Von Mai bis September ist die Blütezeit.

Gesammelt und getrocknet werden die Blätter während der Blütezeit, von Mai bis September. Nach dem Sammeln wird das Kraut schnell und schonend getrocknet. Am besten an einem Luftigen und trockenem Platz. Danach kann man das Kraut in einer Dose lagern.

Welche Heilkräfte stecken in dem Gänsefingerkraut

Das Gänsefingerkraut enthält therapeutisch wirksame Inhaltsstoffe, wie Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide und Cholin. Die Wirkung ist zusammenziehend (adstringierend) und schmerzstillend. Ebenfalls weitere Inhaltsstoffe sind Anthocyanidine, Hydroxycumarine, Phenolcarbonsäuren, Polyphenole, Phytosterole, Mineralien, Kumarine und Vitamin C. Die Blätter des Gänsefingerkrautes enthalten außerdem, rund 400 mg Vitamin C pro 100 g.

Dank der enthaltenen Gerbstoffe und Flavonoide, schützt das Gänsefingerkraut die Schleimhäute und hilft bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Zahnfleischentzündungen, bei leichtem Durchfall, Magen- und Darmkrämpfen und schlecht verheilenden Wunden von Verletzungen. Auch bei leichten Regelbeschwerden hilft das Gänsefingerkraut.

In der Medizin ist die Heilwirkung der frischen oder getrockneten Blüten und Blätter anerkannt. Sie werden im arzneilichen Gebrauch „Gänsefingerkraut“ (Anserina herba) genannt.

Gänsefingerkraut Tee

Für all diese Zwecke kann man das Gänsefingerkraut als Tee trinken. Bevorzugt sollte man den Tee aus dem frischen Kraut zubereiten. Denn je frischer die Pflanze, desto heilsamer der Tee.

  • für die Zubereitung nimmt man zwei gehäufte Teelöffel Gänsefingerkraut
  • diese werden mit 250 ml kochendem Wasser übergossen
  • anschließend lässt man den Tee zehn Min. ziehen
  • danach wird der Aufguss durch Sieb gefiltert
  • Zur Verstärkung der Wirkung des Tees, kann man Pfefferminze und Melisse beigeben.

Den Tee möglichst heiß trinken. Es wird empfohlen zwei bis drei Tassen täglich zu trinken. Bei Bedarf kann man den Tee mit Honig, Agavendicksaft oder Ahornsirup süßen.

Anwendung des Gänsefingerkraut Tees

  • Man kann den Tee auch zum Gurgeln verwenden, das hilft bei leichten Mund- und Rachenentzündungen.
  • Besonders gegen Krämpfe ist ein Tee aus Blüten, Blättern und Wurzeln, den man mit Milch aufkocht.
  • Das Gänsefingerkraut hilft nicht nur von innen, sondern auch von außen. Zum Beispiel als Umschläge, die man in dem Tee tränkt und sie auf die „Beschwerdestelle“ legt.
  • Bei roten und überanstrengten Augen, kann man mit einem Teegetränktem Pad, den Augen auch etwas Gutes zukommen lassen.

Getrocknetes Gänsefingerkraut, Tee und andere Produkte aus Gänsefingerkraut erhält man in Apotheken oder in gut sortierten Reformhäusern, oder über Amazon