Holundertee

von | 15. September 2012 | Beeren-Tee, Blüten-Tee, Kräutertee

Der Holunder zählt zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae). Er ist europaweit verbreitet. Weitere Namen sind unter anderem auch der Fliederbusch, Holler und der Holderbusch. Man findet ihn an buschigen und steinigen Stellen, als auch an Flüssen, Schluchten und in Hohlwegen. Dadurch, dass der Holunderstrauch in der Natur in zahlreicher Menge zu finden ist, muss man ihn nicht unbedingt im eigenen Garten anbauen, um in den Genuss der Blüten und Beeren für den Holundertee zu kommen.

Der Holunder ist meistens ein Strauch oder ein kleinerer Baum. Die Blätter sind am Rande gezähnt und die holzigen Zweige enthalten weißes und weiches Mark. Die Blüten leuchten in weißen, bis hellgelben Dolden, die aus kleinen Blümchen bestehen und einen aromatischen Duft verbreiten. Die sich daraus entwickelnden Früchte sehen aus wie kleine schwarze Kügelchen. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni. Im Juni und Juli werden die Blüten gesammelt.

Eine alte Bauernweisheit sagt, vor dem Holunderstrauch soll man den Hut ziehen. Und das zurecht. Denn von den Wurzeln bis zur Rinde, von den Blätter bis zu den duftenden Blüten hin zu den vielseitigen verwendbaren Früchten bietet alles in irgendeiner Form einen Nutzen.

Die Wirkung ist seit langem bekannt

Bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert wurde in dem Buch „Materia medica“ von Dioskurides, die heilkräftige Wirkung des Holunderblütentees gegen Fieber und Wassersucht erwähnt. Selbst in der Antike setzte man die Wurzel (in Wein gekocht) gegen Wassersucht und Schlangenbissen ein. Die Blätter dienten als Umschlag bei Entzündungen, Verbrennungen und Tierbissen. In der heutigen Zeit weiß man, dass die Wirkstoffe der Blüten in einem gewissen Umfang die Nierentätigkeit anregen. So werden Giftstoffe ausgeschieden und der Körper entschlackt. Holunderblütentee gilt bei Erkältungen und Grippe als altbewährtes Hausmittel. Er soll angeblich auch bei Gicht, Arthritis und Rheumatismus helfen. Ebenfalls gibt es Empfehlungen, diesen Aufguss bei Depressionen zu trinken. Eine wunderbare Draufgabe der Natur ist, dass dieser Tee auch noch sehr gut schmeckt.

Die Holunderblüten sollen bei voller Blüte gepflückt werden. Sie dürfen noch keine Anzeichen einer bräunlichen Färbung zeigen. Die Blüten sollten sofort getrocknet werden. Ratsam ist, Stängel zu entfernen. In den Blüten wurden Flavonoide, Rutin, phenolische Karbonsäuren, Triterpene, Schleimstoffe und ätherische Öle nachgewiesen. Diese Substanzen wirken tendenziell gesundheitsfördernd.

Wichtig: Nutzen Sie nur Blüten und Beeren vom schwarzen Holunder. Speziell die roten Beeren sind deutlich giftiger. Etwas Gift ist auch in den schwarzen Beeren enthalten, dieses ist jedoch nicht hitzebeständig und verflüchtigt sich beim Ziehen bzw. Aufkochen. Essen Sie vorsichtshalber keine rohen Beeren!

Holundertee: Zubereitung

Der Holunderblütentee benötigt nur wenig Zeit zum Ziehen, da die feinen Blüten ihre Wirkstoffe und Aromen sehr schnell ins heiße Wasser abgeben. Da das zarte Aroma am besten für sich allein wirkt, sollten Sie auf Mischungen verzichten. Es gibt verschiedene Zubereitungsformen.

  • Schwitzkuren mit Holunderblüten: Den Holunderblütentee können Sie als schweißtreibendes Mittel bei Erkältungen einsetzen. Nehmen Sie zwei Teelöffel getrocknete Holunderblüten auf eine Tasse und lassen Sie alles nach dem Übergießen mit heißem Wasser zehn bis 15 Minuten ziehen. Trinken Sie den Tee möglichst heiß.
  • Holunderblütentee bei Verdauungsbeschwerden: Die getrockneten kleinen schwarzen Beeren wirken im gewissen Umfang abführend. Die Zubereitung ist ganz einfach. Nehmen Sie einen Teelöffel getrocknete Beeren, übergießen Sie diese mit einer Tasse kaltem Wasser und lassen Sie diesen Aufguss zehn bis zwölf Stunden ziehen. Kochen Sie die Mischung dann kurz auf und gießen Sie alles ab. Trinken sie täglich morgens und abends eine Tasse des Holundertees, um die Verdauung anzuregen.

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