Entdecke die faszinierende Welt der Teesorten: Eine Reise für deine Sinne
Tee ist weit mehr als nur heißes Wasser mit Geschmack. Es ist Kultur, Geschichte, Handwerk und vor allem ein Moment der Ruhe in einer hektischen Welt. Ob du den kräftigen Kick am Morgen suchst, die feine Nuance am Nachmittag oder die koffeinfreie Entspannung am Abend – in der schier unendlichen Vielfalt der Teesorten wartet genau der richtige Begleiter auf dich. Tauche ein in die Unterschiede, die Feinheiten und die Geschichten, die in jeder Tasse stecken.
Camellia Sinensis: Eine Pflanze, unendliche Möglichkeiten
Es mag überraschend klingen, aber fast alle „echten“ Teesorten stammen von ein und derselben Mutterpflanze ab: der Camellia Sinensis. Egal ob der Tee in deiner Tasse tiefschwarz, leuchtend grün, zart weiß oder geheimnisvoll oolongfarben schimmert – der Ursprung ist identisch. Das Geheimnis der Vielfalt liegt nicht in der Pflanze selbst, sondern in der Kunst der Verarbeitung, dem Terroir (also dem Boden und dem Klima), der Erntezeit und der Tradition des Teemeisters.
Die Teepflanze ist ein immergrünes Gewächs, das ursprünglich aus China stammt, heute aber in vielen tropischen und subtropischen Regionen der Welt kultiviert wird. Man unterscheidet hauptsächlich zwei Varietäten: Die „Camellia sinensis sinensis“ (die chinesische Sorte, die kühlere Lagen verträgt und feinere Blätter hat) und die „Camellia sinensis assamica“ (die indische Sorte, die schneller wächst, größere Blätter hat und kräftigere Tees hervorbringt). Aus diesen beiden Grundtypen und ihren Kreuzungen entsteht das gesamte Spektrum, das wir heute als Teewelt kennen.
Wenn du dich durch unser Sortiment probierst, wirst du feststellen, wie stark der Einfluss der Herkunft ist. Ein Tee, der an den nebligen Hängen des Himalaya wächst, erzählt eine andere Geschichte als einer, der die intensive Sonne Sri Lankas oder die vulkanischen Böden Japans erlebt hat. Jede Tasse ist eine geschmackliche Postkarte aus der Ferne.
Schwarzer Tee: Der oxidierte Klassiker
In der westlichen Welt ist Schwarzer Tee nach wie vor die beliebteste Sorte. Er ist der Inbegriff der „Tea Time“ und für viele der unverzichtbare Start in den Tag. Doch was macht ihn schwarz? Die Antwort lautet: Oxidation.
Nach der Ernte werden die Blätter gewelkt, um ihnen Feuchtigkeit zu entziehen und sie geschmeidig zu machen. Anschließend werden sie gerollt. Dabei brechen die Zellwände auf, und der Zellsaft tritt aus. Dieser reagiert mit dem Sauerstoff in der Luft – die Oxidation beginnt. Die Blätter verfärben sich von Grün zu Kupferrot und schließlich zu Dunkelbraun oder Schwarz. Gleichzeitig entwickeln sich die typischen Aromen: malzig, würzig, fruchtig oder nussig. Am Ende wird der Tee durch Hitze getrocknet, um den Prozess zu stoppen und das Aroma zu konservieren.
Assam: Kraft und Malz
Kommst du aus dem Norden Indiens, aus der Hochebene von Assam, triffst du auf Tees mit Charakter. Assam-Tee ist bekannt für seine dunkle Tassenfarbe und seinen kräftigen, würzigen und oft malzigen Geschmack. Er ist das Rückgrat vieler berühmter Mischungen, wie dem Ostfriesentee oder dem English Breakfast Tea. Wenn du einen Tee suchst, der sich gegen Milch und Zucker (oder Kluntje und Sahne) behaupten kann, ist Assam deine erste Wahl.
Darjeeling: Der Champagner unter den Tees
Ganz anders präsentiert sich der Darjeeling. Er wächst an den steilen Südhängen des Himalaya. Durch die Höhenlage, die kühlen Nächte und die intensive Höhensonne wächst die Pflanze langsamer und entwickelt besonders feine, komplexe Aromen. Hier achten Kenner genau auf den Erntezeitpunkt:
- First Flush (Frühjahrsernte): Hell in der Tasse, spritzig, blumig und frisch. Ein Hauch von Frühling.
- Second Flush (Sommerernte): Kräftiger, vollmundiger und oft mit einer charakteristischen Muskatell-Note.
- Autumnal (Herbsternte): Mild, weich und mit wenig Gerbstoffen.
Ceylon: Die goldene Mitte
Sri Lanka, ehemals Ceylon, produziert Tees, die für ihre Spritzigkeit und ihre frischen Zitrusnoten bekannt sind. Ceylon-Tees sind meist mittelkräftig und haben eine wunderschöne, goldene bis kupferfarbene Tassenfarbe. Sie sind die perfekten „Allrounder“, die pur genauso gut schmecken wie mit einem Spritzer Zitrone.
Grüner Tee: Das konservierte Grün
Grüner Tee ist der Ursprung des Teegenusses und in Asien das unangefochtene Nationalgetränk. Der entscheidende Unterschied zum Schwarzen Tee ist, dass hier die Oxidation unterbunden wird. Ziel des Teemeisters ist es, den Zustand des frischen Blattes so gut wie möglich zu bewahren.
Unmittelbar nach der Ernte müssen die Enzyme im Blatt deaktiviert werden, die sonst für die Oxidation sorgen würden. Dies geschieht durch Hitze. Und hier scheiden sich die Geister – oder besser gesagt: die Traditionen.
Chinesischer Grüntee: Die Kunst der Pfanne
In China werden die Teeblätter traditionell in großen Woks oder Trommeln kurz geröstet (Pan-firing). Dies verleiht dem Tee oft eine leicht herbe, nussige, manchmal rauchige oder blumige Note. Berühmte Sorten wie der „Dragon Well“ (Long Jing) oder „Gunpowder“ stehen für diesen Stil. Sie schmecken meist etwas „wärmer“ und weicher als ihre japanischen Verwandten.
Japanischer Grüntee: Die Kraft des Dampfes
In Japan setzt man auf Wasserdampf. Die Blätter werden kurz, aber intensiv gedämpft. Dies erhält die intensive grüne Farbe und führt zu einem Geschmacksprofil, das oft als „grasig“, „spinatartig“ oder „maritim“ beschrieben wird. Hier steht das Umami, der herzhafte Wohlgeschmack, im Vordergrund. Sorten wie Sencha oder der beschattete Gyokuro sind intensiv, frisch und voller Vitalität.
Matcha: Das ganze Blatt
Eine Sonderstellung nimmt Matcha ein. Für diesen Tee werden die Pflanzen vor der Ernte beschattet, was die Chlorophyll- und Aminosäureproduktion anregt. Die Blätter werden nicht gerollt, sondern von Stängeln und Adern befreit und in Steinmühlen zu feinstem Pulver vermahlen. Beim Matcha trinkst du keinen Aufguss, sondern das gesamte Blatt. Die Wirkung ist belebend und konzentrationsfördernd zugleich – ein echtes Superfood der Tradition.
Weißer Tee: Die pure Eleganz
Wenn Grüner Tee das konservierte Blatt ist, dann ist Weißer Tee die konservierte Knospe. Er gilt als die ursprünglichste und am wenigsten verarbeitete Teeart. Seinen Namen verdankt er dem feinen, silbrig-weißen Flaum, der die jungen Teeknospen im Frühling umhüllt.
Für hochwertigen Weißen Tee, wie den „Silver Needle“ (Yin Zhen), werden nur diese ungeöffneten Knospen von Hand gepflückt. Die Verarbeitung ist minimalistisch: Die Blätter werden lediglich gewelkt und dann schonend getrocknet. Es findet kein Rollen, kein Erhitzen (außer zur finalen Trocknung) und keine bewusste Oxidation statt. Dennoch oxidiert der Tee minimal auf natürliche Weise während des Welkens.
Der Geschmack von Weißem Tee ist subtil, fast schüchtern. Er drängt sich nicht auf. Du schmeckst Nuancen von Honigmelone, Aprikose, frischem Heu oder leichten Blütennoten. Es ist ein Tee für die stillen Momente, in denen du bereit bist, genau hinzuschmecken. Trotz seiner Milde enthält er oft viel Koffein, da dieses in den Knospen zum Schutz der jungen Pflanze besonders konzentriert vorliegt.
Oolong: Der Drache unter den Tees
Oolong, was übersetzt „Schwarzer Drache“ bedeutet, ist die wohl faszinierendste und handwerklich anspruchsvollste Kategorie. Oolong ist ein „teiloxidierter“ Tee. Er bewegt sich geschmacklich und optisch genau zwischen Grüntee und Schwarztee. Der Oxidationsgrad kann dabei von leichten 10 % bis zu kräftigen 70 % variieren.
Die Herstellung ist komplex: Die Blätter werden in großen Bambuskörben geschüttelt, damit die Blattränder aufbrechen und oxidieren, während der Kern des Blattes grün bleibt. Dieser Prozess wird immer wieder unterbrochen und kontrolliert, bis der Teemeister exakt das gewünschte Aroma erreicht hat. Danach wird der Tee erhitzt, um den Zustand zu fixieren.
Das Ergebnis ist eine unglaubliche Aromenvielfalt. Wenig oxidierte Oolongs (wie ein Tie Guan Yin) schmecken blumig, nach Orchideen und Flieder, mit einer cremigen Textur. Stark oxidierte Oolongs oder die berühmten Felsentees aus dem Wuyi-Gebirge schmecken mineralisch, holzig, nach Steinobst, Honig und gerösteten Nüssen. Oolong ist ein Tee, den du unbedingt mehrfach aufgießen solltest. Mit jedem Aufguss entfaltet er neue Schichten seines Charakters.
Pu-Erh: Der Wein der Teewelt
Pu-Erh Tee ist einzigartig, denn er ist der einzige Tee, der tatsächlich fermentiert wird (im mikrobiologischen Sinne) und mit dem Alter besser werden kann. Er stammt aus der chinesischen Provinz Yunnan und wird oft zu Ziegeln oder Fladen gepresst.
Man unterscheidet zwischen „Sheng“ (rohem, grünem Pu-Erh), der über Jahre und Jahrzehnte natürlich reift und dabei milder und komplexer wird, und „Shou“ (gekochtem, dunklem Pu-Erh), bei dem die Reifung durch ein spezielles Verfahren beschleunigt wird. Ein guter Pu-Erh schmeckt tief, erdig, manchmal nach Waldboden, Leder oder Trockenfrüchten. Er ist unglaublich weich und bekömmlich, weshalb er in China oft zu fettigen Speisen getrunken wird.
Kräuter- und Früchtetee: Die koffeinfreien Verwandten
Streng genommen dürfen sich nur Aufgüsse der Camellia Sinensis „Tee“ nennen. Alles andere sind „teeähnliche Erzeugnisse“ oder Infusions (Aufgüsse). Doch für uns und für deinen Genuss spielen diese Definitionen eine untergeordnete Rolle. Sie sind ein fester Bestandteil der Teekultur und bieten eine fantastische, meist koffeinfreie Alternative.
Kräutertee: Die Apotheke der Natur
Pfefferminze, Kamille, Fenchel, Brennnessel – die Liste ist endlos. Kräutertees werden seit Jahrtausenden nicht nur wegen ihres Geschmacks, sondern auch wegen ihrer wohltuenden Wirkung getrunken. Sie können beruhigen, beleben oder den Magen harmonisieren. In unserem Sortiment findest du keine staubigen Beutel, sondern grob geschnittene Kräuter voller ätherischer Öle. Ein Highlight ist der griechische Bergtee, der mit seinem mild-zimtigen Geschmack und seiner sanften Wirkung begeistert.
Früchtetee: Süße ohne Sünde
Früchtetees sind die bunten Spaßmacher in der Tasse. Ob auf Basis von Hagebutte und Hibiskus (die für die rote Farbe und die Säure sorgen) oder modernen Mischungen mit säurearmen Apfelstücken und exotischen Früchten wie Mango oder Ananas. Sie sind perfekt als Durstlöscher, schmecken heiß wie kalt und sind bei Kindern besonders beliebt. Achte hier auf Natürlichkeit: Gute Früchtetees brauchen keine künstlichen Aromen, die getrockneten Früchte bringen genug Power mit.
Rooibos: Das rote Gold Afrikas
Der Rooibos (Rotbusch) wächst ausschließlich in den Cederbergen Südafrikas. Er ist von Natur aus koffeinfrei und enthält wenig Gerbstoffe, weshalb er auch bei langer Ziehzeit nicht bitter wird. Sein Geschmack ist süßlich, erdig und warm. Es gibt ihn als klassischen roten Rooibos (fermentiert) und als grünen Rooibos (unfermentiert, grasiger und leichter). Rooibos ist die perfekte Basis für aromatisierte Mischungen, etwa mit Vanille, Karamell oder Orange, und ein idealer Abendtee für die ganze Familie.
Aromatisierter Tee: Die Kunst der Veredelung
Die Puristen mögen die Nase rümpfen, doch aromatisierte Tees haben eine lange Tradition. Denke nur an den Earl Grey – Schwarztee verfeinert mit dem Öl der Bergamotte-Frucht. Oder den Jasmintee, bei dem Grüntee über Nächte hinweg mit frischen Jasminblüten beduftet wird.
Gut gemachter aromatisierter Tee überdeckt nicht den Charakter des Basistees, sondern ergänzt ihn. Wir setzen auf hochwertige Zutaten: echte Gewürze, Blütenblätter, Fruchtstücke und natürliche ätherische Öle. Ein Wintertee mit Zimt und Nelken oder ein sommerlicher Grüntee mit Zitronenschalen kann genau das Richtige sein, um deine Stimmung zu heben.
Der Einfluss von Terroir und Erntezeit
Warum schmeckt ein Darjeeling so anders als ein Assam? Es liegt am Terroir. Dieser Begriff aus dem Weinbau beschreibt das Zusammenspiel von Bodenbeschaffenheit, Niederschlag, Sonnenstunden, Temperatur und Höhenlage.
Hochlandtees (High Grown) wachsen langsamer und entwickeln feinere Aromen. Tees aus tieferen Lagen sind oft kräftiger und robuster. Auch der Erntezeitpunkt ist entscheidend. Die ersten zarten Triebe im Frühling („First Flush“) schmecken anders als die Blätter, die im Sommer („Second Flush“) gepflückt werden, wenn die Pflanze voll im Saft steht und mehr Sonne getankt hat.
Orthodox vs. CTC: Handwerk gegen Industrie
Vielleicht hast du schon einmal die Abkürzung „CTC“ gelesen. Sie steht für „Crushing, Tearing, Curling“ (Zerbrechen, Zerreißen, Rollen). Dies ist ein maschinelles Verfahren, um große Mengen Tee schnell zu verarbeiten. Dabei entstehen kleine Kügelchen, die sehr schnell ziehen und kräftig färben – ideal für Teebeutel, aber oft auf Kosten der feinen Aromanuancen.
Wir konzentrieren uns auf die „orthodoxe“ Herstellung. Hier wird das Blatt respektiert. Es wird sorgfältig gerollt, um es intakt zu lassen. Ein orthodox hergestellter Blatt-Tee braucht im Wasser etwas mehr Zeit, um sich zu entfalten, belohnt dich aber mit einem wesentlich komplexeren Geschmackserlebnis und weniger Bitterkeit. Du kannst die Blätter im Wasser „tanzen“ sehen, wie sie sich wieder zu ihrer ursprünglichen Form entfalten.
Teezubereitung: Ein kleines Ritual
Die beste Teesorte nützt nichts, wenn die Zubereitung nicht stimmt. Keine Sorge, es ist keine Raketenwissenschaft, aber ein paar Grundregeln solltest du beachten, um das Beste aus deinen Blättern herauszuholen.
Das Wasser
Tee besteht zu 99 % aus Wasser. Ist dein Wasser zu hart (kalkhaltig), bildet sich ein Film auf dem Tee und die feinen Aromen werden „geschluckt“. Verwende am besten gefiltertes Wasser oder weiches Quellwasser. Du wirst den Unterschied sofort schmecken.
Die Temperatur
Kochendes Wasser (100 °C) ist perfekt für Schwarzen Tee, Kräuter- und Früchtetee sowie Pu-Erh. Sie brauchen die Hitze, um ihre Inhaltsstoffe zu lösen.
Grüner, Weißer und Gelber Tee sind empfindlicher. Kochendes Wasser würde die zarten Blätter „verbrennen“ und den Tee bitter machen. Lasse das Wasser auf etwa 70 bis 80 °C abkühlen, bevor du aufgießt. Bei Oolong darf es etwas heißer sein, etwa 80 bis 90 °C.
Die Menge und Ziehzeit
Als Faustregel gilt: Ein Teelöffel pro Tasse (ca. 2 g auf 200 ml). Aber vertraue hier auch deinem Geschmack. Magst du es kräftiger? Nimm etwas mehr Tee, lass ihn aber nicht unbedingt länger ziehen.
Die Ziehzeit variiert stark:
- Grüner Tee: 1,5 bis 3 Minuten
- Schwarzer Tee: 3 bis 5 Minuten (anregend vs. beruhigend ist ein Mythos – er wird nur bitterer)
- Kräuter/Früchte: 8 bis 10 Minuten (brauchen Zeit!)
- Oolong: oft nur kurz (1-2 Min.), dafür mehrfach aufgießen
Tee und Gesundheit: Ein Wort zum Wohlbefinden
Wir dürfen keine Heilversprechen machen, aber es ist unbestritten, dass Tee seit Jahrtausenden als Elixier geschätzt wird. Die im Tee (Camellia Sinensis) enthaltenen Polyphenole, Flavonoide und das Koffein (früher Teein genannt) bilden eine einzigartige Synergie. Das Koffein im Tee ist an Gerbstoffe gebunden. Es wirkt nicht so schlagartig wie beim Kaffee, sondern sanfter und langanhaltender.
Hinzu kommt die Aminosäure L-Theanin, die fast ausschließlich in der Teepflanze vorkommt. Ihr wird eine entspannende Wirkung zugeschrieben, die die aufputschende Wirkung des Koffeins abfedert. Dieser Zustand von „wacher Gelassenheit“ wurde schon von buddhistischen Mönchen zur Meditation genutzt. Kräutertees bringen ihre ganz eigenen Pflanzenwirkstoffe mit. Aber der vielleicht wichtigste Gesundheitsaspekt ist die Pause selbst. Eine Tasse Tee zu trinken bedeutet, sich Zeit zu nehmen, durchzuatmen und bei sich anzukommen. Das ist Seelenhygiene pur.
| Teesorte | Oxidation | Charakter | Zubereitungstemp. | Koffein |
|---|---|---|---|---|
| Schwarzer Tee | Vollständig (100%) | Kräftig, malzig, dunkel | 95 – 100 °C | Ja |
| Oolong Tee | Teilweise (10-70%) | Komplex, blumig bis nussig | 80 – 90 °C | Ja |
| Grüner Tee | Keine (gestoppt) | Frisch, grasig, herb | 70 – 80 °C | Ja |
| Weißer Tee | Minimal (natürlich) | Zart, blumig, süßlich | 70 – 80 °C | Ja (teils viel) |
| Pu-Erh Tee | Fermentiert (gereift) | Erdig, weich, dunkel | 100 °C | Ja |
| Kräuter/Früchte | Keine (Teeähnlich) | Vielfältig (süß bis würzig) | 100 °C | Nein (außer Mate) |
Finde deinen Lieblingstee
Die Welt der Teesorten ist wie eine riesige Landkarte, die es zu entdecken gilt. Vielleicht startest du im sicheren Hafen eines klassischen Assams, wagst dich dann an die grünen Küsten Japans und endest bei den wilden Felsentees Chinas. Oder du verliebst dich in die unkomplizierte Süße eines Rooibos.
Sei mutig. Probiere Sorten, deren Namen du noch nie gehört hast. Kaufe kleine Mengen verschiedener Qualitäten und vergleiche sie. Schmecke bewusst. Wie fühlt sich der Tee im Mund an? Welche Erinnerungen weckt der Duft? Mit jeder Tasse schulst du deinen Gaumen und bereicherst deinen Alltag um einen Moment puren Genusses. Wir haben für dich eine Auswahl zusammengestellt, die keine Wünsche offenlässt – von der günstigen Alltagstasse bis zur exklusiven Rarität. Deine Teereise beginnt genau jetzt.
Häufig gestellte Fragen zu Teesorten (FAQ)
Enthält Tee mehr Koffein als Kaffee?
Das ist ein weit verbreiteter Mythos. Betrachten wir das trockene Blatt, enthält Tee tatsächlich mehr Koffein als die Kaffeebohne. Aber: Für eine Tasse Tee verwendest du deutlich weniger Gramm (ca. 2 g) als für eine Tasse Kaffee (ca. 10 g). In der fertigen Tasse hat Kaffee also in der Regel deutlich mehr Koffein (etwa das Doppelte bis Dreifache). Zudem wirkt das Koffein im Tee sanfter und hält länger an.
Wie bewahre ich Tee am besten auf?
Die größten Feinde des Tees sind Licht, Feuchtigkeit, Wärme und fremde Gerüche. Bewahre deinen Tee immer in gut verschließbaren Dosen (am besten aus Blech oder dunklem Glas) an einem kühlen, trockenen Ort auf. Lagere ihn niemals direkt neben Gewürzen oder Kaffee, da Tee sehr schnell fremde Aromen annimmt. Ausnahme: Pu-Erh Tee darf und soll „atmen“, um weiter zu reifen.
Was bedeutet „Flugtee“?
Flugtee ist ein besonderer Luxus. Es handelt sich um die allererste Ernte des Jahres (First Flush) aus Darjeeling, die unmittelbar nach der Verarbeitung per Luftfracht in die Welt verschickt wird. So landet der Tee nur wenige Tage nach dem Pflücken in deiner Tasse. Er besticht durch eine unvergleichliche Frische, die im Laufe der Monate langsam abnimmt.
Warum wird mein Grüner Tee bitter?
In 90 % der Fälle liegt das an zu heißem Wasser oder einer zu langen Ziehzeit. Bitterstoffe (Tannine) lösen sich bei hohen Temperaturen sehr schnell. Versuche beim nächsten Mal, das Wasser auf 70 °C abkühlen zu lassen und den Tee nur 2 Minuten ziehen zu lassen. Du wirst überrascht sein, wie mild und süß er plötzlich schmeckt.
Kann ich Tee mehrfach aufgießen?
Ja, besonders hochwertige, orthodox hergestellte Tees (Ganze Blätter) eignen sich hervorragend für mehrere Aufgüsse. Bei Grünem Tee, Weißem Tee und Oolong ist der zweite oder dritte Aufguss oft sogar der beste, da sich die Blätter dann vollständig geöffnet haben. Einfache Beuteltees oder sehr fein gebrochene Tees (Fannings/Dust) geben ihren Geschmack meist komplett im ersten Aufguss ab.
Ist Mate ein Tee?
Botanisch gesehen nein. Mate stammt vom Mate-Strauch (Ilex paraguariensis), einer Stechpalmenart aus Südamerika. Da er aber ähnlich zubereitet wird und – im Gegensatz zu den meisten Kräutertees – Koffein enthält, wird er oft im gleichen Atemzug wie Tee genannt. Er wirkt stark anregend und hat einen herben, rauchigen Geschmack.