Zwiebeltee

von | 31. März 2017 | Kräutertee, Wurzel-Tee

Die Zwiebel wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Sie stammt aus der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) und trägt den lateinischen Namen (Allium cepa). Sie ist mittlerweile eine unserer beliebtesten Würzpflanze und aus der heimischen Küche nicht mehr wegzudenken. Selbst unsere Vorfahren schätzten die sie als Hausmittel sehr und wussten ihre Heilkraft einzusetzen.

Eine der ältesten Kulturpflanze der Welt

Volkstümliche Namen der Zwiebel: Bolle, Fölle, Gartenwiebel, Gemeine Hauszwiebel, Küchenzwiebel, Sommerzwiebel, Speisezwiebel, Zibel, Zipolle, Zippel, Zwaibel, Zwiebellauch, Zwiefel und Zwiewel.

Vor mehr als 5000 Jahren wurde die Zwiebel in China angebaut und kultiviert und kam dann über Indien und Ägypten nach Europa. Man vermutet, dass die ersten Exemplare in Pakistan, Afghanistan und dem Iran gezüchtet wurden.

In der Antike wurde die Zwiebel von den Römern als Aphrodisiakum und Arznei sehr geschätzt. Auch die Griechen und Ägypter priesen „die Jungfer mit den sieben Häutchen“ als Wunderheilmittel. Die Gladiatoren bei den Römern hatten sich mit dem Saft der Zwiebel eingerieben, um damit ihre Muskeln zu stärken. Im antiken Griechenland wurde sie als Heilpflanze sehr geschätzt und sogar als natürlicher Blutverdünner genommen.

Im alten Ägypten war das Knollengewächs ein Symbol für das ewige Leben und ein regelrechtes Kultobjekt. Man war sogar überzeugt, dass das scharfe Aroma selbst Toten wieder Leben einhauchen könne. Darum verwunderte es sich nicht, dass als Grabbeigabe, im Grab des Tutanchamun, Reste von ihr gefunden wurden. Sie wurde bei den Ägyptern nicht nur den Göttern geweiht, sie galt sogar als Zahlungsmittel.

Die Pflanze

Die Zwiebel ist eine ausdauernde oder zweijährige Pflanze mit einer braunen, schuppigen Knolle. Die Blätter sind rundlich und der Stängel ist aufrecht und im unteren Teil verdickt. Er schließt mit einer Dolde weißlicher Blüten ab, die von Juni bis Juli blühen.

Die Frucht ist eine Kapsel mit schwarzen Samen. Man baut die Zwiebeln in Reihen auf dem Feld oder Garten an und lässt sie trocknen. Erntezeit ist von Juni bis September. Die Knollen werden gesäubert und trocken, dunkel und frostfrei gelagert. So kann man das Küchen-Allzweckmittel über mehrere Monate aufbewahren. Sobald die Knollen zu keimen beginnen, sollten sie recht bald verzehrt werden.

Wirkung

Die Zwiebel ist so viel wert wie eine ganze Apotheke, so die Aussage von Paracelsus, dem bekannten Arzt aus dem 16. Jahrhundert. Das haben mittlerweile aktuelle Forschungsergebnisse bestätigt. Sie wirkt unter anderem

  • desinfizierend,
  • antibakteriell,
  • antiviral,
  • entgiftend,
  • pilztötend,
  • entzündungshemmend und
  • blutdrucksenkend.

Außerdem soll sie ie Blutfettwerte und die Fließfähigkeit des Blutes verbessern. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass die hypoglykämische Wirkung (Senkung des Blutzuckerspiegels) bei Diabetes einen positiven Effekt haben kann. Dabei spielen Schwefelverbindungen und Flavonoide eine große Rolle. Auch bei Insektenstichen wirkt Zwiebelsaft durch seine ätherischen Öle schmerzlindernd.

Kurz: Die Zwiebel ist eine rundum gesunde Nutz- und Heilpflanze. Einen Nachteil hat sie aber doch: Bei manchen Menschen führt sie zu Blähungen.

Anwendungstipp: Bei hartnäckigem Reizhusten können zwei bis drei Tassen des Zwiebeltees über den Tag verteilt getrunken das Auskurieren unterstützen.

Inhaltsstoffe

Die Zwiebel enthält etwa zwölf verschiedene Substanzen, die eine ähnliche Wirkung wie Antibiotika haben. Sie können Krankheitserreger abtöten und Entzündungen auf der Haut und Schleimhäuten lindern. Der Wirkstoff Allicin hat eine besondere Kraft und Schutzwirkung in den Blutgefäßen. Er kann daher den Bluthochdruck senken und die Durchblutung verbessern. Das hilft, Herz- und Kreislauferkrankungen vorzubeugen.

Die Zwiebel besitzt die folgenden Inhaltsstoffe: Allicin, Alliinase, Aminosäure (Isoalliin), Asparagin, ätherische Öle, Calciumoxalate (Calciumsäure der Oxalsäure), Carotin, Cholin, Essigsäure, Flavonoide (Quercetin, Rutin), Fumarsäure, Gerbstoffe, Glykoside, Jod, Linolsäure, Lithium, Lutein, Oleanolsäure, Phenolcarbonsäuren (Kaffeesäure), Phosphor, Rhamnose, Salicylate, Schwefel, Trigonellin, Vitamine, Zink und Zitronensäure.

Zwiebeltee

Für einen Zwiebeltee nutzen Sie eine ganz normale Küchenzwiebel. Diese schälen Sie. Schneiden Sie diese dann in Scheiben. Geben Sie die Scheiben in 300 bis 500 ml Wasser und lassen Sie es ca. fünf Minuten kochen. Danach gießen Sie den Aufguss ab. Trinken Sie das Resultat mit kleinen Schlückchen. Verbrauchen Sie den Aufguss innerhalb eines Tages.

Tipp: Sie können auch ungeschälte Stücke nutzen, da die Schale ebenfalls viele Vitamine enthält. Wenn Ihnen der Geschmack zu streng ist, süßen Sie den Zwiebeltee mit etwas Honig.

Mehr Themen entdecken

Echter Teeweisser Tee
Weißer Tee
Weißer Tee

Weißer Tee

Weißer Tee ist schon sehr lange beliebt, er wurde schon im 11. Jahrhundert vor Christus getrunken und das in China. Interessanterweise wird er aus der gleichen Pflanze wie auch grüner und schwarzer Tee gewonnen. Die drei Teesorten unterscheiden sich durch ihre...

KräuterteeSamen-Tee
Kräutertee ist gut
Kümmeltee

Kümmeltee

Kümmel ist wohl eines der ältesten Gewürze auf der Welt, denn er kann auf eine Jahrtausend alte Geschichte zurückblicken. Schon in den Grabkammern der Pharaonen gab es Funde. Die Kümmelpflanze ist in ganz Europa zu Hause und kann sogar im eigenen...