Ackerschachtelhalmtee

von | 17. Mai 2015 | Kraut-Tee, Kräutertee

Der Ackerschachtelhalmtee soll eine blutreinigende, blutstillende, harntreibende und entzündungshemmende Heilwirkung haben. Die Pflanze wird auch Zinnkraut genannt. Daher sind Ackerschachtelhalmtee und Zinnkrauttee Synonyme. Die Pflanze ist ein Urkraut. Sie wächst angeblich schon etwas über 400 Millionen Jahren auf der Erdoberfläche. Damals wurde sie noch 40 Meter hoch, heute schafft sie es noch auf 40 cm. Das Gewächs ist unverkennbar, denn seine Triebe wirken wie Tannenbäume im Miniformat. Die ausgewachsene Pflanze wurde früher gerne zum Putzen von Metall verwendet. Daher kommt der Name Zinnkraut. Weitere Namen sind Pferdeschwanz, Katzenwedel, Kannenkraut, Reibisch und Bandwischkraut.

Der Ackerschachtelhalm wächst in Europa und Nordasien auf Feldern, Äckern und Wiesen. Selbst an Wegrändern ist er zu finden. Sein botanischer Name lautet Equisetum arvense, was sich auf den Pflanzenstängel und den Acker bezieht, wo wer wächst. Seine Wurzeln können bis zu 1,60 m in den Boden wachsen und sind enorm austreibend. Ansonsten ist die Pflanze aber gerade mal nur bis zu 40 oder 50 cm hoch. Auf lehmhaltigen Sandböden wächst das Kraut bei Sonne besonders gut. Wesentliche Bestandteile des Gewächses sind: Kieselerde, Alkaloide, Saponine, Gerbstoffe, Flavonoide, Phytosterine, Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Mangan und Bitterstoffe.

Obwohl das Kraut die schädlichen Alkaloide enthält, gilt das Gewächs nicht als giftig. Die Menge ist vergleichsweise gering. Gefährlich ist jedoch eine Verwechslung mit dem ähnlich aussehenden und verwandten Sumpfschachtelhalm.

Anwendungen von Ackerschachtelhalmtee/Zinnkrauttee

Obwohl Zinnkraut bzw. Ackerschachtelhalm als hartnäckiges Unkraut gilt, schätzen Naturheilkundler die Pflanze sehr. Sie wurde schon im Altertum in der Pflanzenheilkunde eingesetzt und auch Sebastian Kneipp empfahl die Anwendung. Kneipp sagte, dass das Kraut einzigartig und unersetzbar sei. Heut wird es vor allem für Rheuma, Gicht und die Wundheilung eingesetzt. Angeblich kann die Krautpflanze jedoch noch mehr.

Besonders interessant ist der große Gehalt an Kieselsäure. Ca. 10% der pflanzlichen Trockenmasse bestehen aus dieser Substanz, die der Körper dringend benötigt für zum Beispiel:

  • Aufbau des Bindegewebes und der Haut,
  • Sehnen und Bänder,
  • Knochen, Zähne und Nägel und Haare.

Deswegen finden alle Menschen, die unter Bindegewebsschwäche leiden, die etwas für die etwas zur Stärkung ihrer Knochen und für die Elastizität ihrer Haut tun wollen, in Präparaten aus dieser Pflanze eine interessante Hilfe aus der Natur. Besonders als Tee ist das Gewächs beliebt. Das zeigt sich an den unterschiedlichen Anwendungsgebieten:

  • Der hohe Gehalt an Kalium soll die Nierentätigkeit anregen und den Stoffwechselprozess fördern.
  • Der Aufguss kann auch bei Leiden der Harnwege getrunken werden. Er soll eine beruhigende Wirkung haben, die Reizung der Harnwege lindern und die Harnausscheidung fördern.
  • Bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich, bei Halsschmerzen, bei Husten und Bronchitis und bei Nebenhöhlenentzündungen soll Gurgeln mit dem Tee helfen.
  • Bei schlaffem Bindegewebe sollen in den Aufguss getränkte Umschläge das Bindegewebe stärken können.
  • Der Aufguss soll außerdem bei Schleimbeutelentzündungen und bei Knochenhautentzündungen eine lindernde Wirkung haben. Er wird deshalb auch bei Verletzungen der Bänder und Sehnen und bei Knochenbrüchen empfohlen.

Wann sollte man auf den Aufguss aus Zinnkraut/Ackerschachtelhalm verzichten?

Im Allgemeinen ist der Aufguss sehr gut verträglich, darf aber nicht bei eingeschränkter Nieren- oder Herztätigkeit genossen werden. Der hohe Kaliumanteil kann außerdem bei Beschwerden oder Krankheiten nachteilig wirken, die eine Reduktion dieses Stoffes verlangen.

Zubereitung von Ackerschachtelhalmtee bzw. Zinnkrauttee

Für die Zubereitung eines Aufgusses nehmen Sie ca. fünf Teelöffel des Krauts der Pflanze und rühren dieses in einen halben Liter Wasser. Bringen Sie alles zum Kochen. Das ist sehr wichtig, denn nur so löst sich die Kieselsäure aus den Pflanzenteilen. Anschließend sollten Sie den Tee ca. 30 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Alternativ können Sie den Tee mit kaltem Wasser zubereiten und etwa zwölf Stunden lang ziehen zu lassen. Trinken Sie vom Ackerschachtelhalmtee bzw. Zinnkrauttee über den Tag verteilt maximal zwei bis drei Tassen. Beraten Sie sich idealerweise mit Ihrem Arzt.

Alternativen

Aus sauberem Kraut können Sie auch eine Salbe oder Tinktur zubereiten:

  • Für die Salbe nutzen Sie 50 Gramm Eucerin Anhydricum, 40 ml des Tees, etwas Duftöl (nur einige Tropfen, damit die Salbe besser riecht) und 10 ml Johanniskrautöl. Nun kochen Sie das Kraut mit 100 ml Wasser auf und lassen ihn 15 Minuten ziehen. Parallel schmelzen Sie das Eucerin in einem Wasserbad und geben es dann mit einem Schneebesen in die Flüssigkeit. Vollenden Sie die Masse mit Johanniskrautöl und Duftöl. Rühren Sie alles, bis eine Salbe entsteht. Diese lassen Sie erkalten. Danach können Sie alles abfüllen und kühl lagern.
  • Für die Tinktur nutzen Sie 50 Gramm Ackerschachtelhalm/Zinnkraut und einenn Liter Branntwein. Lassen Sie alles zusammengemischt zwei bis drei Wochen stehen. Schütteln Sie es täglich. Am Ende der Zeit sieben Sie alles ab. Die Tinktur soll bei Schweißfüen helfen.

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